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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Männer-Vereine lehnen Zwang zur Öffnung ab

14.11.2019

Oldenburg Ein Verein ist gemeinnützig, wenn seine Vereinsarbeit der Allgemeinheit dient – das betont Klaus Groh. Das Vorstandsmitglied des „Schlaraffia Oldenburgia e.V.“ hält es für falsch, die Gemeinnützigkeit davon abhängig zu machen, wer Mitglied ist. „Schließlich geht es um Vereinsinhalte, Zielsetzungen und um Vereinszwecke, unabhängig von den Genderzugehörigkeiten der Vereinsmitglieder“, begründet Groh, warum er den Vorstoß des Bundesfinanzministers Olaf Scholz Bundesfinanzministers ablehnt. Der SPD-Politiker hatte mit seinem Vorstoß, Vereinen die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, wenn sie nicht Frauen und Männern gleichermaßen offenstehen, für Aufsehen gesorgt

Welcher Verein oder welche Gruppierung „schützend, fördernd, unterstützend, informierend, helfend“ aktiv sei, sei den Empfängern gleichgültig; „ebenso ist es dann unwichtig, ob es Männer oder Frauen sind“, argumentiert Groth. Der „Schlaraffia Oldenburgia e.V.“ sei von der Gründung her (1891 im Schwibbogen des damaligen Großherzoglichen Hoftheaters von Schauspielern, Musikern und Intendanten gegründet), laut Prager Gründungsurkunde ein Männer-Verein. Die „Oldenburgia“ habe die Männermitgliedschaft erweitert um öffentliche Sonntagsmatineen. Die Veranstaltungen seien allen zugänglich und würden zum großen Teil von Frauen besucht.

Suche nach Lösungen

Die Oldenburgische Schiffergesellschaft von 1574 gilt als eine der ältesten Traditionsvereinigungen in Oldenburg. Sie sei „von Seeleuten für Seeleute gegründet“ worden, betont Vorstandsmitglied Ralf Kaiser. „Das schloss zunächst andere Stände aus, ebenso den damaligen Verhältnissen entsprechend die Aufnahme von Frauen.“

Der Vorstand sehe sich aber „ständig gefordert, auf die sich ändernden gesellschaftlichen Randbedingungen zu reagieren“, sagt Kaiser. Ziel sei „die Balance zwischen Anpassung und dem Erhalt der Tradition“. Der Versuch, die Schiffergesellschaft mit einer Jugendgruppe, die auch Frauen aufnimmt, zu verjüngen, sei nicht nachhaltig erfolgreich gewesen. Die Gesellschaft besinne sich „jetzt wieder mehr auf die Tradition“. Mögliche Steuervorteile seien allerdings nie Grundlage für Entscheidungen gewesen, betont Kaiser, „wir haben keine Gemeinnützigkeit“.

Der Herrenabend und die Collatie mit Frauen seien die beiden jährlichen gesellschaftlichen Veranstaltungen. Grundsätzlich seien Änderungen möglich. Der Vorstand diskutiere mögliche Reformen und werde „in Zukunft gegebenenfalls eine den jeweiligen Randbedingungen angepasste Lösung finden“.

Steht Frauen offen

Die Casino-Gesellschaft Oldenburg e.V. stehe Mitgliedern aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern offen, betont Vorsitzender Johannes Reichelt. Lediglich zum traditionellen Herrenabend der Casino-Gesellschaft seien keine Damen eingeladen.

„Wir sind kein Männerverein und wollen es auch nicht sein.“ Gerade in den vergangenen Jahren sei „eine größere Zahl von Damen Mitglied“ geworden, berichtet Reichelt. Der Vorstoß von Minister Scholz sei „meines Erachtens unnötig“. Die Gemeinnützigkeit habe sich „an anderen Prinzipien als der Geschlechterfrage“ zu orientieren. Jedem Bürger und Verein sollte es überlassen werden, welche Vereinsziele verfolgt werden, wenn die demokratischen Regularien gewahrt bleiben.

Zonta-Frauen offen

„Nicht angesprochen“ fühlte sich Swantje Fisser-Beilfuss vom Vorstoß aus dem Bundesfinanzministerium. Die Vorsitzende der Zonta-Frauen in Oldenburg verweist darauf, dass die Statuten grundsätzlich auch die Mitgliedschaft von Männern vorsehen. „Es gibt einige, wenige Clubs, in denen tatsächlich Männer Mitglieder sind.“ Neben dem Zonta-Club gebe es auch den Verein der Freunde Zontas. „Hier sind vor allem unsere Förderer vertreten, und darunter sind natürlich Männer.“

Der Zonta-Club ist ein Service-Club berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen. Weltweit gibt es mehr als 1000 dieser Clubs, allein mehr als 120 in Deutschland.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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