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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Vor Prager Balkonrede kribbelte die Luft

04.10.2019

Oldenburg Vor 30 Jahren brachte Außenminister Hans-Dietrich Genschers historische Prager Balkonrede die Tore der DDR gehörig ins Wanken. Vor rund 4000 DDR-Flüchtlingen, die Zuflucht in der deutschen Botschaft gesucht hatten, sprach er am 30. September 1989 den berühmten Satz: „Wir sind heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise...“ – weiter kam der Politiker nicht. Der Rest seines Satzes ging in lautem Jubelgeschrei unter. Nach langem Ausharren in Prag durften die DDR-Flüchtlinge offiziell in die Bundesrepublik einreisen.

Auch Landtagsabgeordnete Hanna Naber erinnert sich noch gut an die besondere Stimmung. Damals gerade 18 Jahre alt, befand sie sich zum Zeitpunkt des historischen Ereignisses auf Klassenfahrt in Prag. „Man spürte schon vorher ein Kribbeln in der Luft. Viele Menschen liefen zur Botschaft. Wir haben uns gefragt, was passiert hier gerade und sind dann hinterher“, erinnert sich die Oldenburgerin.

Bei Genschers Rede habe sie sich selbst zwar nicht unmittelbar vor dem Balkon befunden. Dennoch habe Naber die aufgeregte Stimmung direkt gespürt. Ausgelassen, aber auch nervös seien viele Menschen gewesen. „Es war sehr emotional. Viele fragten sich, wie lange die Ausreisegenehmigung überhaupt dauert.“

Als die ersten Züge Prag in Richtung Bundesrepublik verließen, stand auch Hanna Naber am Bahnhof. Zu ausführlichen Gesprächen mit damaligen Bürgern der DDR sei es zwar nicht gekommen. Dennoch habe die gebürtig aus Grafschaft Bentheim stammende Politikerin die unausgesprochenen Fragen und Wünsche der Menschen gespürt. „Einige haben sich vollkommen unreflektiert auf den Westen gefreut. Andere fragten sich, was aus ihren Familien wird. Ich frage mich auch nach 30 Jahren immer noch, was aus all diesen Leuten geworden ist“, sagt Naber.

Für Hanna Naber steht fest, dass sie sich damals „direkt am Puls der Zeit“ befand. „Ich war zu einer historisch bedeutsamen Zeit an einem bedeutsamen Ort. Dadurch wird auch für mich der 30. September 1989 immer eine ganz besondere Bedeutung haben.“

Svenja Gabriel-Jürgens Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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