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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Alter schützt vor Engagement nicht

20.10.2018

Oldenburg 75? Doch, tatsächlich, Oldenburgs ehemaliger Oberbürgermeister und Bundestagsabgeordneter Dietmar Schütz feiert an diesem Sonntag seinen 75. Geburtstag. Das sieht man ihm nicht an und zu spüren ist das auch nicht, wie er da vital und vor Lebensfreude strotzend vor einem sitzt und von alten Zeiten erzählt, aber auch das aktuelle politische Geschehen bewertet, das ihn nach wie vor brennend interessiert.

Zum 70. hatte er sich fest vorgenommen, ein paar Gänge zurückzuschalten. „Das ist mir nicht ganz gelungen“, gibt er schmunzelnd zu. Doch gerade vor ein paar Tagen hat er sich aus dem Vorstand des 700 Mitglieder starken Vereins ehemaliger Bundestagsabgeordneter zurückgezogen. Im Vorstand des Oldenburger Vereins Werkstattfilm und als Vorsitzender der Oldenburger Bürgerstiftung will er aber auch weiterhin aktiv bleiben.

Schütz wurde 1943 in Oldenburg geboren, wuchs in Wardenburg auf, machte Abitur am Graf-Anton-Günter-Gymnasium, studierte Geschichts-, Politik- und Rechtswissenschaften in Göttingen, legte 1970 das erste, 1973 das zweite juristische Staatsexamen ab und heiratete 1971 Ehefrau Waltraut, ihr Sohn Johannes ist heute 36 Jahre alt.

Als Student erlebte Schütz vor 50 Jahren die „wilden Zeiten“ an den deutschen Universitäten in Göttingen hautnah mit, als die Studentenbewegung zum Protest gegen das Establishment auf die Straße ging und sich als Außerparlamentarische Opposition verstand. Schütz war Sprecher der aus Sozialdemokratischem Hochschulbund (SHB) und Sozialistischem Deutschen Studentenbund (SDS) geschmiedeten Koalition im Studentenparlament und organisierte die großen Demonstrationen mit.

Dabei hatte er sich in seiner Jugend beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) engagiert. Sein Vater, ein Berufssoldat, fiel 1943 im Zweiten Weltkrieg, ihn hat er nie kennengelernt. Die beiden Großväter waren selbstständige Handwerker. Sozialdemokratisch geprägt wurde Schütz durch die Haltung der Partei zum Ermächtigungsgesetz am 24. März 1933, das als rechtliche Hauptgrundlage der nationalsozialistischen Diktatur gilt, hatte ihn besonders beeindruckt. Mit gewissem Stolz blickt Schütz auf die Gründungsjahre der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg zurück, die er als persönlicher Referent von Wissenschaftsminister Joist Grolle begleitete. Als Bundestagsabgeordneter (1987 bis 2001) war er stellvertretender energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Das Olantis-Huntebad, das ECE (Schlosshöfe) und Ikea sind Bauvorhaben, die in seine Amtszeit als Oberbürgermeister fallen (2001 bis 2006). SPD-Ratsherr war er von 1981 und 1987, von 1985 bis 2001 zudem SPD-Unterbezirksvorsitzender.

Stammtische, Wandern, Treffen mit Freunden und die ehrenamtliche Arbeit füllen sein Leben aus. Zeit bleibt aber auch fürs Lesen von Büchern mit geschichtlichem Hintergrund und für gemeinsame Reisen mit seiner Ehefrau. Zuletzt hat er das Sachbuch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, die vor 70 000 Jahren mit dem mysteriösen und raschen Wandel mit dem Homo sapiens begann, als ihn die Beschaffenheit seines Gehirns zum Herren des Planeten und zum Schrecken des Ökosystems werden ließ.

Auch dem lokalpolitischen Geschehen schaut er nicht tatenlos zu, sondern setzt in einem gemeinsam mit älteren Genossen formulierten Antrag das Thema „Schaffung von Wohnraum“ auf die Tagesordnung zum nächsten Unterbezirksparteitag seiner Partei. Den Oldenburgern rät er, sich schnellstmöglich mit der Bahn zu vertragen, damit für Lärmschutz gesorgt wird. Das Neubaugebiet auf dem ehemaligen Fliegerhorst muss an die Ammerländer Heerstraße mit einer Verbindungsstraße angebunden werden, sagt er weiter. Für die Zukunft hat sich der leidenschaftliche Radfahrer vorgenommen, mehr Gymnastik zu treiben – „man will ja beweglich bleiben“.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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