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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

SPD feiert stolzes Jubiläum

15.11.2019

Oldenburg Die erste Versammlung von Angehörigen des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) in Oldenburg jährt sich an diesem Freitag zum 150. Mal. 21 Mitglieder zählt die Ortsgruppe, wie der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Wulf in einer Übersicht über die Geschichte der SPD Oldenburg festgehalten hat.

Von langer Dauer war die Gründung nicht: Schon 1870 ging der junge Verein wieder ein. Erst vier Jahre später, am 30. Oktober 1875, formierten sich sozialdemokratische Kräfte erneut unter dem Namen Sozialistische Volkspartei (SAP). Nach Jahren des Verbots fand am 4. Oktober 1890 die erste legale Parteiversammlung statt, bei der der erst 20 Jahre alte Franz Gerber – zusammen mit dem Buchdrucker Karl Heitmann – eine führende Rolle übernahm.

Mit Vereinsgründungen in den damals selbstständigen Gemeinden Osternburg (1891), Ohmstede (1900) und Eversten (1901/02) breitete sich die Partei aus. Bei den Reichstagswahlen 1912 errang die SPD in Oldenburg 25,6 Prozent: in Osternburg und Eversten in dieser Zeit sogar 50 und mehr Prozent.

Druck in Nazi-Zeit

Unter Druck gerieten die Sozialdemokraten in den Jahren nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Bereits unmittelbar nach der Machtübernahme im Oldenburgischen Landtag 1932 wurden Sozialdemokraten aus dem öffentlichen Dienst entlassen oder beurlaubt. 1933 wurde Paul Hug gezwungen, die SPD im Bezirk Oldenburg aufzulösen.

Nach Kriegsende 1945 fanden wieder regelmäßig Mitgliederversammlungen statt. Gottlieb Simstedt wurde der erste Vorsitzende nach dem Krieg; ihm folgte Fritz Kother.

Bei der ersten niedersächsischen Landtagswahl 1946 wurde Johann Koopmann direkt ins Parlament gewählt. 1956 wurde die SPD erstmals stärkste Fraktion im Rat der Stadt; Hans Fleischer war erster sozialdemokratischer Oberbürgermeister. 1969 ein weiterer Erfolg für die SPD: Kurt Ross gewinnt den Wahlkreis Oldenburg-Ammerland und zieht in den Bundestag ein. Heftige Auseinandersetzung zwischen Unterbezirk und Juso prägten die frühen 70er-Jahre. 1975 erreichte die SPD mit 2042 die bislang höchste Mitgliederzahl.

Als bislang „heftigstes“ Jahr ging 1981 in die Parteigeschichte ein. Die Aufstellung der Listen zur Kommunalwahl führt zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen dem Unterbezirksvorstand und „linken“ Kandidaten. Heidi Knake-Werner und Irmelin Schachtschneider werden aus der Partei ausgeschlossen – sie hatten zusammen mit der DKP gegen ein öffentliches Gelöbnis von Rekruten demonstriert. Eine Welle von Parteiaustritten ist die Folge. Erfolge bei den Landtags- und Bundestagswahlen prägen die 80er-Jahre. Der Verkauf des VfB-Stadions und später der Busbahnhof führen zu heftigen parteiinternen Querelen.

Frauen an der Spitze

2009 übernahm mit Gesine Multhaupt erstmals eine Frau die Führung im Unterbezirk. Auf Gesine Multhaupt folgten Jürgen Krogmann (2011-2014) und Ulf Prange (Mdl, 2014-2018). Seit April 2018 steht Nicole Piechotta an der Spitze der SPD Oldenburg.

Schwere Wahlniederlagen – mit 17,2 Prozent nur dritter Platz hinter Grünen und CDU bei der jüngsten Europawahl – und ein rapider Mitgliederschwund haben bundesweit eine Diskussion über die inhaltliche Ausrichtung der Partei befeuert. Der 150. Geburtstag der SPD Oldenburg fällt in diese Krisenzeit.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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