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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Podiumsdiskussion: So soll die „Verkehrswende Oldenburg“ gelingen

11.01.2018

Oldenburg Sicher hatten einige der rund 120 Anwesenden im Bibliothekssaal der Uni Oldenburg eine etwas lebendigere Debatte bei der Podiumsdiskussion mit der Stadtverwaltung und den lokalen Akteuren über das Thema „Fahrverbote, Staus und dicke Luft – wie kann die Verkehrswende in Oldenburg ablaufen?“ erwartet. Man war sich einig, dass die Stadt „durchaus etwas mache“ – aber zu langsam.

Dr. Norbert Korallus, Verkehrsplaner in der Stadtverwaltung, hatte Beispiele aus Frankreich, wo 30 Milliarden Euro in die Hand genommen werden, um eine „Fußgängerisierung am Rive gauche“ (linkes Seine-Ufer) in Paris zu erreichen. Schnellstraßen wurden am Seine-Ufer zu Fußgängerzonen. Ergebnis: wesentlich weniger Umweltbelastung im Zentrum der Millionen-Metropole Paris.

Mobilitäts- und Verkehrswende sei eine Frage des Geldes und der Zeit, hieß es. Oldenburg würde an den Auswirkungen des Pendelverkehrs in die Stadt und in die Region leiden, so Korallus. Im Strategieplan „Mobilität und Verkehr 2025“ seien 100 nachhaltige Maßnahmen geplant, an deren Umsetzung man arbeite.

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Stefan Mahl von „Ecocion“ (Lieferdienst für biologische Lebensmittel) beklagte schlecht ausgebaute Radwege, die seine Mitarbeiter „aus Sicherheitsgründen“ nutzen müssten. „Wir liefern zurzeit 20 Prozent unserer Ware per Lastenfahrrad aus“, so der Kaufmann. Sein Ziel sei aber, 50 Prozent der jährlich 7000 Abokisten auf diese umweltfreundliche Art zu transportieren. Überhaupt, die Diskussion rutschte fast ausschließlich in das Thema „Fahrrad fahren“ in Oldenburg ab. „Eine Mobilitätswende betrifft aber nicht nur das Fahrrad“, meinte Korallus da.

Roman Eichler wird als Verkehrsaktivist bezeichnet. Der ADFC-Vertreter meint, eine Gesamtvision über die Entwicklung der Mobilität und den Verkehr abzugeben, sei sehr schwierig. Das Verkehrsproblem in Oldenburg sei unter anderem ein Wetterproblem. „Bei Regen sind viele Autos unterwegs, bei Sonnenschein mehr Fahrräder“, hat Eichler festgestellt. „Politik sind wir alle. Jeder, der sich im Verkehr aufhält, kann Probleme beseitigen. Wer Radverkehr fördert, fördert auch den Autoverkehr.“

Gernot Lucks vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) beklagte die Schwerfälligkeit der Veränderungen. Abstellanlagen für Fahrräder müssten sicher und komfortabel sein. „Das größte Hemmnis in Oldenburg ist der Wille zur Veränderung“, so Lucks. Er beklagte das Verhalten der Gewerbetreibenden. „Das Gewerbe ist gut organisiert. Wenn mal ein öffentlicher Parkplatz für einen Radweg geopfert werden soll, hat das Gewerbe schnell Argumente, dass das den wirtschaftlichen Ruin der Geschäfte bedeute“, war sein Eindruck. Er meinte aber auch, dass die Politik auf einem „deutlichen“ Weg sei, etwas zu tun. „Aber langsam.“

Korallus hatte gezählt, dass in Oldenburg rund 50 Maßnahmen pro Jahr für bessere Verkehrsverhältnisse durchgeführt werden. „Die merkt man nicht immer sofort, sind aber wichtig“, so der Verkehrsplaner.

Vom Publikum wurde Mut zur radikalen Veränderung gefordert: Platz für Dreiräder soll geschaffen werden, Tempo 30 in der gesamten Innenstadt sei eine Lösung, Beteiligung der Öffentlichkeit an den Planungen wie beim Fliegerhorst und, so Eichler an die Teilnehmer: „Nutzt die Möglichkeit der Mitsprache in öffentlichen Sitzungen der Ausschüsse. Das bringt was!“

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