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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

1949 hatte die FDP die Nase vorn

14.08.2019

Oldenburg Sie haben sich wüst beschimpft und beleidigt: Die CDU Konrad Adenauers und die Sozialdemokraten hinter Kurt Schumacher. Doch am Ende hatten die Christdemokraten 1949 bei der Bundestagswahl die Nase vorn. Den Wahlkreis Oldenburg-Ammerland konnte jedoch ein Liberaler für sich entscheiden: Robert Dannemann lag am 14. August vor 70 Jahren mit 24 837 Stimmen in der Gunst der Wähler vorn. Wer jetzt bei dem Namen an Dannemann-Schule oder -Forum in Westerstede denkt, denkt richtig.

Rattenfänger und Lügner

Im Wahlkampf sind SPD und CDU mit harten Bandagen aufeinander losgegangen, damals vier Jahre nach Kriegsende. Schumacher beschimpfte Adenauer als „Lügenauer“ und die CDU als „Sammelbecken aller bankrotten Nationalisten“, berichtete der Spiegel. Ludwig Erhard bezeichnete Schumacher wiederum als einen „pathologischen Schwachsinnigen“ und die SPD als „Rattenfänger“.

Doch zwei Tage nach der Wahl ist klar: „Der erbitterte Streit um die Vorherrschaft, der sich im Wahlkampf bis zu gegenseitigen Beleidigungen der führenden Köpfe beider Parteien steigerte, ist knapp von der CDU/CSU gewonnen worden. So schrieb es die NWZ am 16. August 1949. Die Union versammelte 31 Prozent auf sich, die Sozialdemokraten 29,2 und die FDP brachte es auf 11,9 Prozent, was zu der Frage führte: „Wer wird Adenauers Koalitionspartner?.“ So lautet die Überschrift der Titelseite an dem Tag.

Absage an Neonazis

Die weiteren Wahlergebnisse lesen sich wie ein Gang durch die Geschichtsbücher: Kommunistische Partei Deutschlands (KPD, 5,7), Unabhängige (4,8), Bayern-Partei (4,2), Deutsche Zentrumspartei (DZP, 3,1) oder Deutsche Partei (DP, 4) sind darunter. Aber auch die Deutsche Rechtspartei, die es auf 1,8 Prozent brachte.

Über deren Abschneiden ließ sich der damalige hessische Wirtschaftsminister und frühere Oldenburgische Finanzminister, Dr. Harald Koch, in der NWZ mit folgenden Worten zitieren: „Bei aller Objektivität ist erfreulich, dass die absolut neonazistischen Parteien, die Leute wie Remer in Oldenburg in unflätiger Weise über die Demokratie herziehen lassen, die fortschrittlichen und sozialverpflichteten Kräfte in Deutschland nicht an die Wand wählen konnten.“

Damit zielte Koch auf Wahlkampfauftritte von Otto Ernst Remer noch in der Woche vor der Bundestagswahl in Westerstede, Varel und Oldenburg ab. Remer, später wegen Leugnung des Holocaust verurteilt, hatte unter anderem darüber gesprochen, wie stolz er darauf sei, „im Dritten Reich seine Pflicht getan zu haben“. Am 20. Juli 1944 war er maßgeblich an der Niederschlagung des Aufstandes gegen Hitler beteiligt. Die damaligen Hauptakteure bezeichnete Remer später als „Landesverräter“.

Jeder nur ein Kreuz

Wenn auch der Wahlzettel ungleich übersichtlicher war, als bei der zurückliegenden Wahl 2017, so ergab sich durch das Ergebnis eine buntere Gemengelage: Gleich elf Parteien und Wählervereinigungen zogen in den ersten Deutschen Bundestag ein. Zum Vergleich: Aktuell sind es sechs, dazu kommen vier parteilose Abgeordnete. Und noch eine Besonderheit hatte die erste Wahl: Jeder Wähler hatte nur eine Stimme. Die verteilten sich im Wahlkreis Oldenburg-Ammerland laut Bundeswahlleiter wie folgt: 

FDP (24 837), SPD (19 853), CDU (12 302), Deutsche Partei (14 404), KPD (3512), DZP (1132), DRP (8939), Radikal-Soziale Freiheitspartei (571) und der unabhängige Kandidat (14 562).

 Sämtliche Ergebnisse der zurückliegenden Wahlen lassen sich auf der Seite des Bundeswahlleiters abrufen.


Mehr Infos:   https://www.bundeswahlleiter.de/ 
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Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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