• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Gut vorbereitet auf die Pilgerreise

19.03.2018

Oldenburg „Das unruhige Herz ist die Wurzel der Pilgerschaft“, sagte einst der Philosoph Augustinus (354–430). Die „Leute des Weges“, wie die Christen sich in den ersten Jahrhunderten nannten, waren ein ganzes Leben lang „auf dem Pilgerweg zu Gott“. Eine Pilgerfahrt ist eine Pilgerfahrt „und keine Individualreise“, so Christian Heubach. In diesem Fall eine ganz besondere, weil sie nach Israel und Palästina führt.

Christian Heubach hat 20 Menschen zusammengeführt, die mit ihm und seiner Frau Marianne im Herbst 14 Tage durch Israel und Palästina pilgern wollen. Das heißt, man wird einige Strecken auf der langen Reise zu Fuß zurücklegen. „Wir werden viel erleben, viel Schönes sehen, aber auch an manchen Stellen traurig sein“, sagt der Diakon beim Vorbereitungstreffen im Gemeindehaus der Christuskirche. Die meisten der Pilgerinnen und Pilger kommen aus Oldenburg und Umgebung. Amelie kommt aus Hamburg und Christine ist sogar aus Stuttgart angereist, um sich gemeinsam mit den anderen am Samstag in einem Tagesseminar auf die Reise vorzubereiten.

Die politische und religiöse Situation in dem angespannten Gebiet war Thema in zwei Referaten. William Abu-Dayyeh-Köhne ist Palästinenser, war Dozent für Arabisch an der Universität Oldenburg und hat eine Ausbildung in Religionspädagogik genossen. In seinem Vortrag macht er deutlich, dass der Nahost-Konflikt kein religiöser, sondern ein politischer Konflikt ist. „Gleichwohl ist Religion bei der Suche nach einer politischen Lösung des Konflikts geradezu unerlässlich“, meint Abu-Dayyeh-Köhne. „Erst ein gerecht aufgeteiltes Territorium bietet die Voraussetzung für eine Lösung des Konfliktes zwischen Israelis und Palästinensern“, so der Lehrer. „Das Blut meines Feindes soll nicht vergossen werden, aber Gott fordert mich gleichzeitig auf, meinen Feind daran zu hindern, das Blut meines Nächsten zu vergießen“, endet der Palästinenser und Christ.

Pastor Stefan Buss spricht über „Das staatlich/politische System Israels“. Er weiß, dass der Staat Israel demokratisch geführt und auch die Pressefreiheit gewürdigt wird. „Doch es gibt Möglichkeiten für die Regierung, ohne Zustimmung des Parlamentes über Krieg und Frieden zu entscheiden“, so Buss. Das Personenstandsrecht wie die Ehe und das Scheidungsrecht sei religiöser Rechtsprechung unterworfen.

Die 15 Frauen und fünf Männer sind engagiert dabei. Ein Grund, warum die Gruppe so „frauenlastig“ ist, könnte sein, „weil die Frauen mutiger sind“, meint Heubach scherzend. Für einen zweiten Seminartag werden einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer Referate zu politischen und gesellschaftlichen Leben in den beiden Ländern vorbereiten. Christiane wird ihr Referat „Abraham im Judentum, Christentum und Islam“ im Herodion halten.

Das Mutmach-Lied „Hineh ma tow“, das davon erzählt, wie schön es ist, wenn Brüder und Schwestern beisammen wohnen und „möge das Herz für den Frieden trommeln und der Mund vom Frieden singen“ wurde zu Beginn des Seminars im Stuhlkreis gesungen.

Die Sicherheit in Israel und Palästina war ebenfalls ein wichtiges Thema. „Wir fahren auf jeden Fall“, verspricht Christian Heubach. „Und wenn es Probleme gibt, werden wir über unser dortiges Netzwerk informiert und dann ändern wir die Route“, so der Leiter der Pilgerschaft. Die Gruppe ist beim Auswärtigen Amt als Pilgergruppe registriert und wird informiert, wenn aus sicherheitstechnischen Gründen ein Rückflug nach Deutschland angezeigt ist. Die Pilgerfahrt beginnt mit einem Reisesegen in der Lambertikirche. Dann geht’s mit dem Bus zum Flughafen Schiphol in Amsterdam und von da ab nach Tel Aviv. Mit dem jüdischen Gruß „Shalom“ und dem arabischen „Salam“ trennten sich die Pilger.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.