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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Diese Grenzwerte werden in Oldenburg überschritten

02.01.2019

Oldenburg Der Blick der Redaktion fällt auf die Monate Januar bis Dezember 2019. Hier lesen Sie, was das Jahr so alles bringen könnte.

Januar

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist ein wenig stolz. Auf seine Ausschreibung für die Leitung des Bau-/Umwelt- und Verkehrsdezernats haben sich zahlreichen Interessenten gemeldet. Das Verhältnis zu seiner bald Ex-Dezernentin hatte sich im vergangenen Jahr endgültig zerrüttet. Die beiden hatten sich nicht einigen können, ob sie nun an einem Wochenende Tretbootfahren oder Reiten gehen sollten. Alternativ hatte Gabriele Nießen eine Ausfahrt mit dem Rennrad vorgeschlagen. OB Krogmann bestand aber auf einem Rad der Marke Gazelle als Untersatz.

Die Fraktionen im Rat der Stadt entscheiden derweil einstimmig die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung. Ersetzt werden sollen die Einnahmen durch die Einführung des freiwilligen Oldenburger Straßen-Solidaritätsbeitrags. Nur wer will, zahlt für die Straßen. Wie viel, entscheidet auch jeder selber. Das Konzept wird, wie sich später noch herausstellen wird, ein Erfolg. Statt zwischen einer und zwei Millionen Euro durch die Straßenausbaubeiträge strömen im ersten Jahr fünf Millionen Euro in die Stadt-Kasse.

Februar

Und überhaupt – Fahrradfahren. Nachdem der Vorschlag, auf dem Heiligengeistwall Pferdekutschen verkehren zu lassen (um den NOx-Grenzwert dauerhaft zu unterbieten), nach dem Marathon verworfen wurde (die Straße war damals für den Verkehr gesperrt, der Grenzwert trotzdem erreicht), soll nun das Wallkino abgerissen werden. Das sorgt für ausreichend Frischluftzufuhr und der Verkehr kann weiterhin ungestört über die Straße rollen. Zusätzlich wird der Verkehr Richtung Stadtmuseum über den Waffenplatz durch die Wallstraße umgeleitet. Da ist in der Woche ohnehin nicht allzu viel los, heißt es.

März

OB Jürgen Krogmann stellt die ersten Kandidatinnen und Kandidaten für die Nießen-Nachfolge vor. Selbst innerhalb der SPD kommen Zweifel an der Qualität der Bewerber auf. Eine Probeabstimmung in der Fraktion endet für den OB mit einem Fiasko – er begibt sich erneut auf die Suche und schreibt die Stelle wieder aus, diesmal europaweit.

Die Frühlingsgefühle befallen auch Tiere. Der Halsband-Sittich, der sich über den Winter im Marschweg-Viertel niederließ, hat eine Partnerin oder einen Partner – die Geschlechterfrage ist noch gar nicht geklärt – gefunden. Zu zweit erkunden sie die Stadt, kundschaften die besten Futter- und vor allem Brutplätze aus. Und die, je nach Sichtweise, erwartungsvollen oder bangen Blicke der Oldenburger gehen nach Köln und Düsseldorf, wo sich mehrere Hundert Tiere umfassende Schwärme dauerhaft niedergelassen haben – was sich unter anderem auf der Wäsche auf den Wäscheleinen niederschlägt. Abschießen, Lebendfallen, Verbrämung – in der Stadtverwaltung werden fieberhaft erste Pläne erarbeitet, wie mit einem möglichen Problem-Papagei umgegangen werden kann.

April

Generalintendant Christian Firmbach überrascht mit dem Plan, den erfolgreichen „Theaterhafen“ vom Vorjahr aufleben zu lassen. Unter dem Namen „Dobben-Heaven“ (frei übersetzt Dobben-Himmel) wird das Roncalli-Zelt auf der Dobbenwiese aufgebaut. Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Anwohner müssen nur noch bis 23 Uhr mit Lärmbelästigungen rechnen, dann ist Schluss rund ums Zelt. Im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen junge Leute praktisch die gesamte Zeit hindurch in warmen Sommernächten auf der Dobbenwiese durchfeierten.

Mai

Die Verkehrsbelastung auf den Zufahrtsstraßen nimmt ungeahnte und nie gekannte Ausmaße an, letztlich eine Folge der gewagten Verkehrslenkung auf dem Heiligengeistwall. Die Passivsammler, mit denen die Luftbelastung mit Schadstoffen gemessen wird, stoßen an der Gartenstraße und Ofener Straße an ihre Grenzen. Der Leiter des Amtes für Verkehr und Straßenbau, Prof. Bernd Müller, der sich auch Chancen auf die Nießen-Nachfolge ausmalt, hat eine geniale Idee. Er möchte die Haaren und Hausbäke verrohren und auf der gewonnenen Fläche Straßen bauen. Das stößt bei den Anliegern an der Ofener Straße und des Haarenufers sowie bei den Freunden des Schlossgartens auf erheblichen Widerstand. Auch innerhalb der Politik schüttelt man den Kopf – Müllers Chancen auf die Dezernentennachfolge sinken auf Null. Das letzte Ass im Ärmel des OBs hat sich ins Aus geschossen.

Juni

Jetzt, da das schwierige Klientel aus Junkies und Obdachlosen rund um die Nadorster Straße neue Bleiben fernab der vernachlässigten Einkaufsstraße beziehen werden, können sich die dort ansässigen Geschäftsleute endlich wieder um ihre blühenden Landschaften kümmern. Praktischerweise ist da nun ja aber auch wieder mehr Platz straßauf, straßab. Ergo sieht die Verwaltung plötzlich jede Menge ungeahntes Potenzial, das hier einst aufgelöste Rotlichttreiben wieder fest in der Nadorster Straße zu verankern, den „Open“- und „Love“-Leuchtschildern wie auch den markanten Plüschvorhängen so deutlich mehr Beachtung schenken zu können, die das älteste Gewerbe der Welt qua Historie verdient. Auch das Eros-Center von der Braker Bahn soll weiter Richtung Innenstadt rücken, um die Umsätze gerade im Schmuck-, Wäsche- und Hygiene-Segment zu stärken. Aus Marketinggründen und für die bessere Wiedererkennung wird als Hommage ans Hamburger Vergnügungsviertel der Leucht-Schriftzug „St. Nadorst“ installiert.

Juli

Nicht mal mehr ein Jahr bis zum Turnfest in Oldenburg. Höchste Eisenbahn, in Form zu kommen! Damit die Oldenburger eine astreine Choreographie zur Eröffnung hinbekommen, wird ab sofort gemeinsam trainiert. Jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr heißt es Hampelmann und Ausfallschritt, Klatschen, Drehen, hoch das Bein. Für die notwendige Motivation sorgt Vorturner Krogmann im passenden Dress der Stadt: In gelb-roter Trikotage lässt er keine Übungsstunde aus.

Mitte Juli startet der Kultursommer. Um dem erwarteten Besucheransturm gerecht zu werden, wird das Schloss abgerissen und durch eine Freilichtbühne ersetzt, die anschließend für tägliche Auftritte von Shanty-Chören aus der Region genutzt wird.

August

Der Sommer verspricht erneut sehr lang, trocken und heiß zu werden. Die Hitze hat schon zu ersten Badeverboten im Woldsee und den Bornhorster Seen geführt – Blaualgenalarm!

Damit die Oldenburger sich irgendwo abkühlen können (die Pferdetränke im Eversten Holz ist auch schon wieder beinahe leer), beschließt die Verwaltung den erneuten Umbau des Waffenplatzes. Die vorhandenen Wasserspiele reichen einfach nicht aus. Es wird überlegt, doch wieder auf einen tieferliegenden Platz umzusteigen, der bei Bedarf mit Wasser geflutet werden kann. Trixi Stalling regt außerdem an, die Pferdetränke derart zu erweitern, dass ein riesiges Wasserreservoir entsteht. Damit könnten nicht nur Flora und Fauna im Eversten Holz und Schlossgarten gesichert werden. Eventuell könnte das Naherholungsgebiet sogar zu einem Naturbad erweitert werden, so die Fantasien – der Dobbenteich ist ja auch nicht weit.

September

Er ist knuffig, hat vier Pfoten und trägt einen AWB-Werbeaufdruck am Plüschfell: Piet, der Plastikspürhund. Untrüglich deckt seine Nase jede Bio-Müllsünde auf: Ob Frischkäsepackungen unter Kaffeeprütt oder ein Beutel Tiefkühlbrokkoli unter Kartoffelschalen: Piet wittert einfach alles. Beim Spaziergang durch Oldenburgs Straßen deckt er so eine falsch gepackte Tonne nach der nächsten auf. Wenn der kleine Kerl anfängt zu bellen und das kleine Blaulicht auf seinem Kopf anspringt, heißt das für den Müll-Muffel: Wau, jetzt wird umsortiert!

Oktober

Nachdem im Jahrhundert-Sommer 2018 viele Rhododendren im Schlossgarten die Trockenheit nicht überlebt hatten, gibt es an der Universität ein neues Forschungsprojekt: Es soll eine besonders widerstandsfähige Sorte gezüchtet werden. Die Stadt fördert das Projekt mit einer Million Euro. Das Geld dafür kommt aus den zusätzlichen Einnahmen durch den freiwilligen Straßen-Soli.

November

OB Krogmann gibt auf: Er hat keinen geeigneten Baudezernenten gefunden beziehungsweise vorschlagen könne. Die Stelle war mittlerweile weltweit ausgeschrieben worden. Beworben hat sich aber nur ein Kandidat aus Papua-Neuguinea – der kannte sich aber nur beim Hüttenbau einigermaßen gut aus. Beworben hatte er sich, weil er im Internet beim Suchbegriff Hundehütte auf Oldenburg gestoßen war – ein Missverständnis. In seiner Not spricht der OB Ex-Dezernent Frank-Egon Pantel an. Der genießt aber das süße Leben am Sunset-Boulevard. Der Pantel-Boulevard, der ihm einst für Oldenburg vorschwebte, gehört für ihn der Vergangenheit an. Nun bleibt nur noch eins – Krogmann besetzt das Dezernat selbst.

Dezember

Nach Einführung einer erheblichen Zucker- und Fettsteuer auf weihnachtliche Lebensmittel sprengen Gebrannte Mandeln und Reibekuchen auf dem Lambertimarkt die tolerable Preisgrenze. Kurzfristig entscheiden sich Stadt und Schaustellerverband, nur noch Gemüsesticks und Reiswaffeln an den Hütten anzubieten. Statt Glühwein gibt es Grünkohl-Smoothies – was die Oldenburger wiederum versöhnt.

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