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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Tafel fühlt sich von Stadt missachtet

11.01.2019

Oldenburg „Sie holen die Wut von der Straße“ – das habe mal ein Kunde zu ihr gesagt, sagt Inka Ibendahl, die Vorsitzende der Oldenburger Tafel. Das habe großen Eindruck auf sie gemacht. Gut 9000 Menschen betreuen die 155 Ehrenamtlichen des Vereins mit dem Status der Mildtätigkeit derzeit.

Sie holen die übrig gebliebenen Lebensmittel bei Geschäften ab, sortieren sie und teilen sie an die Bedürftigen aus. Und nebenbei sind sie Ansprechpartner oder Begleiter für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Das Ganze läuft Tag für Tag wie eine gut geölte Maschine – und füllt offenbar eine Lücke in der Stadt

Die angebrachte Anerkennung durch Verwaltung und Politik bleibe allerdings aus, sagt die Vorsitzende. „Wir und unsere Arbeit werden von der Stadt und vom Rat der Stadt nicht gesehen und nicht wertgeschätzt.“ Am Samstag gibt es die Oldenburger Tafel seit 23 Jahren. Und in der ganzen Zeit sei nicht einer der Verantwortlichen vorbeigekommen, um sich überhaupt erst einmal zu informieren, was bei der Tafel so abläuft.

Gleichzeitig werde aber mit einer großen Selbstverständlichkeit über die Arbeit des Vereins verfügt. Besonders deutlich sei das vor einigen Jahren geworden, als nahezu 1000 Flüchtlinge plötzlich vor der Türe standen, geschickt vom Amt für Integration – ohne vorher Rücksprache zu halten, erzählt Ibendahl. Die Begründung sei damals gewesen, die Flüchtlinge hätten den Oldenburg-Pass und deshalb Anspruch auf Lebensmittel aus der Tafel. „Andersrum wird ein Schuh draus“, sagt die Vorsitzende. „Wir geben die Lebensmittel nur an Kunden mit Oldenburg-Pass raus. Ein Anspruch besteht aber nicht.“

In aller Schnelle habe man damals die Infrastruktur anpassen und Informationen über den Ablauf in der Tafel in den diversen Sprachen verfassen müssen.

Eine Initiative, dem Verein die Gebühr für den Biomüll zu erlassen, weil die Tafel für eine deutliche Reduzierung des Biomülls in der Stadt sorgt, habe zwar einen positiven Ratsbeschluss ergeben, sei aber letztlich an Statuten der Stadt gescheitert.

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Da läuft was schief

Auch der Versuch, den ehrenamtlichen Mitarbeitern – die Älteste ist 93 Jahre alt – kostenfreie Parkplätze in der Nähe der Tafel zu organisieren, scheiterte. Sie zahlen bis heute pro Stunde 1,20 Euro. „Dabei sind sie nach fünf Stunden Arbeit oder länger froh, wenn sie sich ohne längeren Fußmarsch einfach nur in ihr Auto setzen und nach Hause fahren können.“

Es gehe ausdrücklich nicht darum, dass der Verein eine finanzielle Unterstützung fordere, betont Ibendahl. „Es geht mir und meinen Mitarbeitern um eine Wertschätzung unseres Engagements.“ Wenn kleine Erleichterungen so einfach abgebügelt würden, fühle sich das aber wie eine Missachtung an. Wenn ein Ehrenamtsausweis, der gerne an hohe Anforderungen geknüpft sein dürfe, beispielsweise als kostenloses Parkticket in der Stadt gelte, wäre den ehrenamtlichen Helfern schon geholfen.

Die Tafel selber darf ihren Helfern übrigens die Parktickets nicht erstatten. Der Status der Mildtätigkeit regelt genau, was mit den Spendengeldern gemacht werden darf. Eine Unterstützung der Helfer falle nicht darunter, erklärt Ibendahl.

Die Stadtverwaltung wisse sehr wohl um die Wichtigkeit der Arbeit, die die Tafel leiste, heißt es am Donnerstag auf Anfrage der NWZ aus der Pressestelle der Stadt.

Deswegen sei man betroffen, dass offenbar ein ganz anderer Eindruck entstanden sei. Sozialdezernentin Dagmar Sachse werde sich des Themas nun annehmen und auch die anderen Dezernenten einbeziehen, um nach Lösungen für die einzelnen Fragen zu suchen. Bernd-Günter Schwabe, der Leiter des Sozialamtes habe unabhängig davon schon vor einiger Zeit seinen Besuch bei der Tafel angekündigt.

Katja Mielcarek Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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