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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Stadt Oldenburg zahlt nur für „Billigvariante“

31.05.2018

Oldenburg Die Stadt ist auf dem besten Weg, bei der Neugestaltung des Waffenplatzes wieder einen Fehler zu machen. Dabei genügt ein Blick in die Nachbarschaft, um zu sehen, wie viel Spaß die Kinder in Rastede mit einem Wasserspiel haben, das auf dem Kögel-Willms-Platz installiert wurde. Aus mehreren Düsen spritzt Wasser in einem dicken Strahl und läuft gleich wieder ab, ohne sich in einem Becken zu sammeln.

In Oldenburg scheitert die Installation eines Wasserspiels am Geld. Die Stadt hatte gehofft, dass sich die Anlieger an der Ausgestaltung des Platzes stärker finanziell beteiligen. Durch eine sogenannte „gehobene Ausstattung“ sollten Beleuchtung und Wasserelemente finanziert werden. Etwa 350 000 Euro sollten dafür – nach dem Willen der Stadt – von den Anliegern aufgebracht werden. Doch die zeigten sich von dieser Idee nur bedingt begeistert.

Basisvariante statt gehobener Ausstattung

So beschloss die Stadt, den Waffenplatz in der Basisvariante umzugestalten. Dafür stehen im Haushalt 2018 rund 1,5 Millionen Euro bereit. Insgesamt wird zurzeit eine etwa 4500 Quadratmeter große Fläche neu gestaltet. Die Bäume rund um den Platz bleiben erhalten.

Schon Mitte der 90er-Jahre hatte die Stadtverwaltung keine glückliche Hand, als die bis 1992 als Parkplatz genutzte Fläche in einen Platz umgestaltet wurde, auf dem sich die Menschen treffen sollten. Das Gegenteil war der Fall. Die Menschen machten einen großen Bogen um das kühl und wenig einladend wirkende Betonbecken, das schließlich zugeschüttet wurde.

Waffenplatz reicht bis 1676 zurück

Die Geschichte des Waffenplatzes reicht weit zurück. Um 1598 stand zwischen Mottenstraße, Neuer Straße und Wallstraße ein Häuserblock, der durch den großen Stadtbrand im Jahr 1676 zerstört wurde. Da zu dieser Zeit auch die Pest wütete, die die Bevölkerung dezimierte, wurde dieser Wohnraum wohl nicht mehr benötigt. Jedenfalls wurden die Blocks zunächst nicht wieder aufgebaut.

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Das sollte sich ändern, als die Dänische Garnison Platz benötigte. Sie bestand aus etwa 500 Mann, die in der Stadt untergebracht werden mussten. Für die Einwohner war das wohl eine unerträgliche Last. Jedenfalls kam man auf die Idee, für die Truppe Baracken zu bauen. Und man fand einen geeigneten Platz. Als die Dänen abgezogen wurden, entwickelte sich an dieser Stelle ein Armenviertel, in dem „Unreinlichkeit und Laster aller Art“ vorkamen, wie es in einem zeitgenössischen Bericht heißt. Das führte dazu, dass die Baracken 1836 abgerissen wurden. Dazu gehörten auch vier Zimmer, die zur Unterbringung von Kranken im sogenannten Stadtkrankenhaus genutzt wurden – der Vorläufer des mittlerweile zum Kulturzentrum umgebauten Peter Friedrich Ludwig Hospitals an der Peterstraße, aus dem das heutige Klinikum Oldenburg entsprang. Auch die kleine katholische Gemeinde hatte dort einen Raum gemietet.

Militärische Bedeutung als Namensgeber

Der Waffenplatz blieb nach dem Abriss der Baracken lange Zeit unbebaut. Erst mit dem Bau der Stadtknabenschule, dem späteren Gebäude der VHS im Jahre 1859 durch Hero Diedrich Hillerns, wurde am Platz ein neuer Komplex errichtet. Der Name „Barackenplatz“ wurde im Jahr 1848 in „Waffenplatz“ umgewandelt, um an die einstige militärische Bedeutung zu erinnern.

Später kamen Torfbauern mit ihren Pferdewagen zum Waffenplatz, um dort Brenntorf zu verkaufen. Später entwickelte sich der Waffenplatz im Zeitalter der Automobilisierung zu einem beliebten Parkplatz, zu dem die Tankstelle der Firma Giese gehörte. 1968 wurden schließlich zwischen Waffenplatz und Kurwickstraße alte Häuser abgerissen, um dort ab 1968 das Parkhaus zu bauen.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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