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Wahlkampf: Oskar Lafontaine polarisiert Zuhörer

26.08.2017

Oldenburg „Bei der nächsten Bundestagswahl am 24. September wäre es gut, wenn wir 15 Prozent erreichen würden“, so der Wunsch Oskar Lafontaines (Die Linke) während seiner Rede auf dem Rathausmarkt, zu der am Donnerstagabend etwa 700 Menschen kamen. Während seine Parteigenossen, Ratsherr Jonas Höpken und Amira Mohamed Ali (Bundestagskandidatin), die Begrüßungen noch im Regen halten mussten, kam anschließend die Sonne raus. Von seinen Anhängern wurde die Galionsfigur der Linken gefeiert, von den Gegnern scharf kritisiert, da er in deren Augen zu sehr zuspitzte und sehr bewusst Schlagworte wie „Reichensteuer“ und „Reiche“ einsetzte.

Nicht bei allen kam gut an, dass er die Bundesregierung als „gekauft“ bezeichnete. Seine Begründung: Alle Parteien würden Spenden von Banken und Konzernen annehmen. 40 Prozent der Bevölkerung seien Opfer der sozialen Ungleichheit in Deutschland, meinte er.

Die Kopfpauschale in der Gesundheitsversorgung sei eine „verrückte Idee der Kanzlerin“. Er forderte gleiche Behandlung für alle. Der saarländische Fraktionsvorsitzende, früher selbst in der SPD, zitierte immer wieder den verstorbenen sozialdemokratischen Ex-Bundeskanzler Willy Brandt (1913-1992).

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Brandt sei immer für eine gute Nachbarschaft in der Europäischen Union gewesen. Der immer schon wortgewaltige Lafontaine fragte plakativ: „Was würde Willy Brandt darüber sagen, dass deutsche Soldaten an der russischen Grenze stehen?“

Besonders kritisch sahen seine Gegner Pauschalvorwürfe, wie etwa von einer Gleichschaltung der Medien zu sprechen. Das dürfe ein Profi wie Lafontaine nicht tun, meinte ein Passant.

Im Nahen Osten ginge der Kampf nur um Rohstoffe und Öl, meinte Lafontaine. „Warum leuchtet es in dieser verrückten Welt nicht ein, dass das Geld besser für die Armen in der Welt ausgegeben werden sollte und nicht für die Rüstung“, fragte er wohl mehr rhetorisch, bekam aber Beifall. Der Wahlkampf sei langweilig, dieses Fazit zog Lafontaine, „weil alle das Gleiche wollen.“

Niedersachsens Linken-Spitzenkandidat, der Oldenburger Ratsherr Hans-Henning Adler, kritisierte unter anderem die Politik in Hannover. Amira Mohamed Ali glänzte mit ihrem Akustikduo „Brooklyn Baby“ und Songs von Sting und Slade.

 SPD-Termine

Ortstermin: An diesem Samstag beantworten von 10 bis 12 Uhr bei aktiv/irma in Osternburg SPD-Landtagsabgeordneter Ulf Prange und Ratsfrau Nicole Piechotta Fragen. Am Sonntag startet der SPD-Ortsverein Stadtmitte Süd/Osternburg um 15 Uhr zu einer Fahrradtour mit dem Landtagsabgeordneten Ulf Prange und Ratsfrau Nicole Piechotta. Angeschaut werden unterwegs unterschiedliche Bauvorhaben und Entwicklungen im Gebiet Stadtmitte Süd/Osternburg.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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