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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Oldenburger Straße muss umbenannt werden

30.06.2015

Oldenburg Keine leichte Sitzung für alle Beteiligten: Der Oldenburger Stadtrat entschied am späten Montagabend über eine mögliche Umbenennung umstrittener Straßennamen. Das Ergebnis der namentliche Abstimmung war denkbar spannend - und die Sitzung geriet zusätzlich wegen zahlreicher Störungen aus dem Publikum zu einer wahren Nervenprobe.

Das Ergebnis stand gegen 22:30 Uhr fest: Die Hedwig-Heyl-Straße muss umbenannt werden (32 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen), die Hindenburgstraße (23 Ja, 26 Nein) und die August-Hinrichs-Straße (20 Ja, 29 Nein) nicht.

Wie berichtet, hatte eine Kommission von Historikern um den Oldenburger Professor Dietmar von Reeken eine Liste von zehn Straßen erarbeitet. Die Namensgeber, darunter besonders der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847-1934), die Bremer Politikerin Hedwig Heyl (1850-1934) und der oldenburgische Heimatdichter August Hinrichs (1879-1956), waren möglicherweise so tief in die Nazi-Diktatur verstrickt, dass sie nicht weiterhin durch Straßenbenennungen in Oldenburg gewürdigt werden sollten.

LINK: Die Untersuchung der Oldenburger Straßennamen zum Download.

Die Verwaltung regte an, im Straßenraum ergänzende Informationen zu umstrittenen Namensgebern anzubringen. Eine Umbenennung berge dagegen die Gefahr, dass die Namen aus dem öffentlichen Bewusstsein getilgt würden.

Im Vorfeld der Stadtratssitzung zeigte sich kein eindeutiges Votum, da vor allen Dingen die Sozialdemokraten sich nicht auf eine Linie einigen konnten. Auf der einen Seite waren es Grüne, Linke und Teile der SPD, die sich für eine Umbenennung von den nach Heyl, Hindenburg und Hinrichs benannten Straßen stark machten. Auf der anderen Seite waren es CDU, FDP und ebenfalls Teile der SPD, die sich ebenso eindeutig dagegen aussprachen.

Zweimal musste die Sitzung des Stadtrats unterbrochen werden. Demonstranten hatten während der öffentlichen Sitzung den Redebeitrag von Ulrich Eigenfeld (NPD) mehrfach gestört. Ratsvorsitzender Bernhard Ellberg (SPD) gelang es jedoch mit viel Ruhe und Geduld, die lautstarken Proteste abzumildern. Der heikle und hochemotionale Tagesordnungspunkt konnte mit reichlich Verspätung und nach zahlreichen Wortbeiträgen aller Fraktionen zur Abstimmung gebracht werden.

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