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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Pöbel-Attacke auf Oldenburger Kindergarten

06.11.2015

Oldenburg Linke Unterwürfigkeit vom Feinsten – das ist noch einer der salonfähigen Vorwürfe, die der Awo-Kita an der Schulstraße im Internet begegnet. Bundesweit entlädt sich die Wut von Rechtspopulisten, die AfD hat über das soziale Netzwerk Facebook mit dem Teilen der Nachricht für Reichweite gesorgt.

Wie ist die Kita ins Visier der Rechtspopulisten geraten? Ein Elternbrief macht im Netz die Runde. Darin lädt die Einrichtung zum „Laternenfest“ für diesen Freitag ein. Es gebe übrigens Geflügelwürstchen. Dazu wird die Legende erzählt, dass die Awo das Fest von Martinszug in Laternenfest umbenannt habe. Deutschland schafft sich ab, ächzt das Netz. Die Awo-Mitarbeiter trifft der gewaltige Shitstorm völlig unvorbereitet. „Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass da mit uns gerade etwas im Netz passiert.“ Und dann ging alles wie von alleine. Auf der Facebook-Seite der Awo wird mittlerweile auch schon munter diskutiert. „Alles, was nicht strafrechtlich relevant ist, löschen wir auch nicht.“ Die Kommentare unter diesem Awo-Beitrag stehen für sich:

Die AWO heißt Flüchtlinge willkommen und verurteilt rassistische Äußerungen!Posted by AWO Weser-Ems on Montag, 2. November 2015

„Wir haben das Fest nicht umbenannt“, sagt Awo-Sprecherin Hannelore Hunter-Roßmann auf NWZ -Nachfrage. Seit Jahrzehnten heiße der Umzug Laternenfest. Mit dem Martinsfest, das im Andenken des Heiligen Martin, des Bischofs von Tour gefeiert wird, habe der Laternenlauf auch nichts zu tun, beteuert sie. Die zeitliche Nähe zum Todestag des Heiligen am 8. November sei eher zufällig. Für die Awo-Mitarbeiterinnen ist die Wutwelle aus dem Netz kaum zu ertragen. „Das bewegt uns natürlich“, sagt Hunter-Roßmann. Die Awo stehe für Toleranz, Offenheit und Gleichberechtigung. Ob das Fest jetzt noch stattfinden werde, war am Donnerstagnachmittag unklar.