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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Ringen um angemessene Erinnerung vor dem PFL

28.01.2014

Oldenburg Die Erinnerungswand für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus’ vor dem Kulturzentrum PFL wurde zwar schon vor gut zwei Monaten fertiggestellt. Aber erst jetzt beginnt eine Debatte über den Ablauf des Projektes und wichtige Einzelheiten der Gestaltung (NWZ  berichtete).

Einen Eindruck davon, wie sensibel dieses Thema ist – aber auch wie konstruktiv eine Debatte darüber verlaufen kann – zeigte eine Diskussion am Sonntagnachmittag im Kinoladen. Fruchtbar war das Treffen schon deshalb, weil mit Farschid Ali Zahedi von Werkstattfilm und Roland Neidhardt, deutsch-israelische Gesellschaft, nicht nur zwei Kritiker der Erinnerungswand das Wort führten. Wichtige und weiterführende Erläuterungen bot der Historiker Werner Meiners, der an der inhaltlichen Gestaltung der Wand beteiligt war.

Er erläuterte, dass aus Gründen der Systematik gar keine andere Adresse der Opfer als die letzte in Oldenburg aufgeführt werden konnte. Viele Juden mussten in ihren letzten Jahren in Oldenburg mehrmals umziehen. „Welche Adresse gilt dann?“, umriss Meiners das Problem, das die Verantwortlichen des Projektes gesehen und diskutiert hätten. Zuvor hatte Hiltrud Neidhardt bemängelt, dass die letzte Adresse oft Sammelunterkünfte in der Stadt bezeichne und nicht die Wohnanschrift, unter der die Opfer jahrelang gelebt hätten.

Die Kritik von Roland und Hiltrud Neidhardt, aus Opfersicht müsse bei einer solchen Erinnerungswand zwingend der Wohnort genannt werden, der den Lebensmittelpunkt bezeichnet, hatte Meiners zwar nicht entkräftet. Allerdings zeigte sich, dass beide – sie hatten sich zuvor noch nie ausgetauscht – grundsätzlich dasselbe Ziel einer guten Erinnerungskultur verfolgen.

Unwidersprochen blieb Zahedis Forderung, städtische Projekte wie die Erinnerungswand müssten öffentlich und transparent geplant werden. Kritik müsse zugelassen werden. Die Sorge, kritische Anmerkungen könnten von ungebetener Seite aufgegriffen und verstärkt werden, führe nicht zum Ziel. Auch die Auftragsvergabe für die Wand hätte öffentlich erfolgen sollen, bemängelte er.

Den Schlusspunkt des Gesprächs bildete die Frage: Wie geht es weiter? Im Raum stehen Forderungen von Neidhardt („Erinnerungswand muss verhüllt werden“) und der Ratsgruppe Linke/Piraten („Info-Tafel neben der Wand um die fehlenden Wohnorte ergänzen“). Das Kulturamt der Stadt plant ein Gespräch u.a. zwischen Ratsvertretern und Mitgliedern des federführenden Arbeitskreises Erinnerung gestalten.

Ein erster Termin für das Gespräch war vergangene Woche kurzfristig verschoben worden. Die Stadt hatte jedoch zugesagt, einen neuen Termin zu suchen. Die Öffentlichkeit soll zugelassen werden.

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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PFL | Werkstattfilm | Linke | Tafel | Kulturamt

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