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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Schilder sollen für Licht in Bunker-Geschichte sorgen

17.02.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-07-20T16:21:57Z 280 158

Engagierte Oldenburger:
Schilder sollen für Licht in Bunker-Geschichte sorgen

Oldenburg Der Kulturausschuss wird sich an diesem Dienstag ab 17 Uhr (Altes Rathaus) mit historischem Beton befassen: Die Grünen haben beantragt, zwei oder drei Weltkriegs-Bunker „im Sinne der Erinnerungskultur mit einer Hinweistafel auszustatten“. Hintergrund sind die Anstrengungen von Chemieprofessor Dr. Peter Haupt und Stadt- und Kirchenführer Wolfgang Oehrl, die sich unter dem Leitbild „Nie wieder Krieg“ seit vergangenem August mit dem Thema befassten und für Erinnerungstafeln warben.

Offenbar mit Erfolg. Die Verwaltung kann sich für den Vorschlag erwärmen. Aus Sicht des städtischen Denkmalschutzes sollten Hinweisschilder am großen Rundschutzbunker an der Tappenbeckstraße/Ecke Lasiusstraße und im Eversten Holz (Unter den Eichen) an einem kleinen Rundbunker angebracht werden. Bei letzterem müsste die Schlossgartenverwaltung noch zustimmen, heißt es. Die beiden Bunker seien am besten geeignet, weil sie am besten öffentlich zugänglich sind.

Noch 120 vorhanden

In Oldenburg wurden den Angaben aus dem Bauressort zufolge zwischen 1940 und 1943 etwa einhundert Rundbauten angelegt. Hinzu kamen sieben Luftschutztiefstollen. Mindestens 95 betonierte Deckungsgräben verschiedener Bauformen wurden in die Erde getrieben, ebenso diverse Sonderbauten errichtet: massive öffentliche Luftschutzkeller, private kleine Deckungsgräben und provisorische Erdbunker. Auch der mittelalterliche Pulverturm am Theaterwall wurde für Luftschutzzwecke umfunktioniert. Erst 1944, mit Eskalation des Luftkrieges, wurde ein großer bombensicherer Hochbunker an der Rosenstraße/Ecke Moslestraße erbaut. Er wurde 1978 abgerissen. Die meisten Rundbunkerbauten konzentrierten sich nach Angaben der Stadt in Innenhöfen und Gärten. Zwei Drittel wurden in der Nachkriegszeit abgetragen. Die noch vorhandenen Anlagen seien zumeist übergrünt und zugemauert. Es wird vermutet, dass noch etwa 120 Rundbunker vorhanden sind.

Vor Oehrl und Haupt hatte sich bereits der Wilhelmshavener Bunkerexperte Holger Raddatz um eine möglichst lückenlose Aufstellung der Bunker in Oldenburg bemüht. Die Rundschutzbauten als Bunker zu bezeichnen, sei allerdings streng genommen falsch, betonte Holger Raddatz 2010 gegenüber der NWZ : „Bunker sind Bauten, die bombensicher sind. Rundschutzbauten halten einem Volltreffer nicht stand.“ Nicht nur der Baustil, sondern auch die Dichte der Rundschutzbauten in Oldenburg sei nahezu einzigartig. Nur in Hamburg wurden mehr gebaut.

Kein Denkmalschutz

Er hatte sich 2012 dafür eingesetzt, dass drei dieser Bunker exemplarisch als Baudenkmal ausgewiesen werden. Das hatte die Stadt damals abgelehnt. Dafür wäre zunächst eine umfassende vergleichende Inventarisierung sämtlicher Bunker erforderlich – und ein Verlust sämtlicher Bunker sei überdies nicht zu vermuten, so die Stadt. Raddatz’ Liste unter:


     http://www.luftschutzbunker-oldenburg.de/