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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Sorge um Reisefreiheit in die USA

31.01.2017

Oldenburg Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Angehörige bestimmter Länder nicht in die USA einreisen zu lassen, löst auch in Oldenburg Kritik und Sorgen aus. Die Ankündigung, Staatsangehörige von Irak, Iran, Syrien, Libyen, Sudan, Somalia und Jemen von einer Reise in die USA auszuschließen, wirkt sich indirekt auch auf Angehörige anderer Nationalitäten in Oldenburg aus.

„Eltern mit Bedenken“

Beim Schüleraustausch mit den USA sei die Stimmung derzeit gemischt, berichtet Michael Eckstein, Vorsitzender der Deutschen Stiftung Völkerverständigung. Die Einrichtung organisiert bundesweit Schülermessen – in Oldenburg in diesem Jahr am Samstag, 25. Februar, 10 bis 16 Uhr, in der Oberschule Eversten, Brandsweg 50.

„Nach der Wahl des US-Präsidenten im November hatten wir tatsächlich einige Anfragen. Es gab Schüler, die ursprünglich in die USA reisen wollten, sich dann aber für Kanada entschieden haben“, berichtet Eckstein.

Mittlerweile gebe es solche Umbuchungen nicht mehr. „Allerdings ist der Informationsbedarf sehr hoch. Die jungen Leuten wollten wissen, was zu beachten ist und was auf sie zukommt“, berichtet Eckstein über die Erfahrungen bei den Schülermessen in den vergangenen Wochen. „In Sorge sind meist die Eltern – die jungen Leute selbst sehen die Lage entspannter.“

„Ausgrenzung“

Farschid Ali Zahedi, gebürtiger Iraner, der seit vielen Jahren in Oldenburg lebt und sich unter anderem stark im Verein Werkstattfilm, engagiert, verurteilt die jüngste Entscheidung des US-Präsidenten. „Das ist klar eine rassistische Ausgrenzung“, sagt Zahedi. „Es gibt in der Welt mehr als 50 Staaten mit einem starken Anteil an Muslimen in der Bevölkerung. Es ist nicht nachvollziehbar, warum Donald Trump sieben Staaten herauszieht.“ Es gebe beispielsweise armenische Iraner, die dem Christentum angehörten. „Sie fallen jetzt genauso unter das Einreiseverbot, das angeblich Muslime betreffen soll.“

Zahedi berichtet von einem Freund, der aus dem Iran stammt, lange in Bremen gelebt hat und vor 17 Jahren in die USA umgezogen ist. „Er war bis vor wenigen Tagen in Deutschland und hatte bei der Einreise in die USA einige Probleme am Flughafen.“ Andere Freunde in den USA, berichtet Zahedi, vermieden Ausreisen aus den USA, weil sie Komplikationen bei der Rückkehr befürchteten.

Der iranische Filmemacher Asghar Farhadi, weiß Zahedi, hat wie andere Filmstars auch die Teilnahme an der für den 26. Februar geplanten Oscar-Verleihung in Los Angeles abgesagt. „Obwohl durch Ausnahmegenehmigungen eine Einreise aus dem Iran für ihn möglich geworden wäre.“ Auch andere iranische Persönlichkeiten aus der iranischen Filmszene boykottierten die Veranstaltung, berichtet Zahedi.

Proteste in Los Angeles

Persönliche Eindrücke von der aufgeheizten Stimmung in den USA hat Torsten Neumann gewonnen. Der Oldenburger Filmfest-Chef, der auch in Los Angeles einen Wohnsitz hat, ist erst vor wenigen Tagen von einem USA-Aufenthalt nach Deutschland zurückgekehrt.

Am Tag nach den Feierlichkeiten zur Amtseinführung von Trump am 20. Januar habe er am Women’s March teilgenommen, erzählt Neumann. Tausende Kritiker des US-Präsidenten gingen an diesem Tag in Los Angeles auf die Straße. „Ich bin mit Plakat in der Hand mitgegangen.“ Die Beschränkungen bei der Einreise in die USA bezeichnet Neumann als „irrsinnig“.

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2101

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