• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Straßennamen erinnern an Krieg

24.08.2016

Im Jahr 1866 brach zwischen dem Deutschen Bund und damit zwischen Österreich und seinen Verbündeten und Preußen und dessen Verbündeten der sogenannte Deutsche Krieg aus. Heute ist in Zeiten eines friedlich geeinten Europas der Gedanke an so etwas wie einen innerdeutschen Krieg geradezu befremdlich.

Oldenburg stellte sich damals auf die Seite Preußens. Dies rettete dem Großherzogtum letztendlich die Selbstständigkeit, während das benachbarte Königreich Hannover und weitere Länder in Folge des Krieges von Preußen annektiert wurden.

Als Teil der oldenburgisch-hanseatischen Brigade, die unter der Führung des oldenburgischen Generals Louis von Weltzin stand, beteiligten sich oldenburgische Einheiten an den Kampfhandlungen. Die oldenburgisch-hanseatische Brigade wurde der Main-Armee zugeteilt und zunächst mit der Eisenbahn nach Frankfurt am Main gefahren. Von dort aus marschierte sie als Teil der 13. Division Goeben nach Südosten Richtung Würzburg gegen zwei Korps der Bundesarmee des Deutschen Bundes.

Am 24. Juli kam es zu einem Artillerie- und Infanteriegefecht zwischen oldenburgischen und badischen Truppen an der Tauber bei den Ortschaften Hochhausen und Werbach. Zwischen beiden Ortschaften fließt die Tauber hindurch. Die oldenburgischen Soldaten unternahmen einen Angriff auf das von den Badenern besetzte westlich der Tauber gelegene Hochhausen. Dabei mussten sie von Westen kommend die Weinberge hinunter ins Taubertal hinab. Die Badener räumten schließlich Hochhausen, woraufhin die Oldenburger den Ort einnahmen. Danach eroberten sie noch zusammen mit bremischen und preußischen Soldaten die verbarrikadierte Tauberbrücke und besetzten das auf der anderen Tauberseite gelegene Werbach, aus dem sich die badischen Truppen zurückzogen.

Auf oldenburgischer Seite kamen bei den Kämpfen zwei Offiziere und neun Mannschaftsangehörige ums Leben. Sie fielen direkt im Gefecht oder verstarben kurz danach an ihren Verletzungen. Beigesetzt wurden sie auf dem Friedhof von Hochhausen. Tragisch ist, dass die Kämpfe der Mainarmee nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Königgrätz am 3. Juli stattfanden. Der Einsatz der Oldenburger endete mit der Teilnahme am Gefecht bei Gerchsheim am 25. Juli und der Beschießung der Festung Marienberg in Würzburg am 27. Juli.

Zwei Jahre später ließ Großherzog Nikolaus Friedrich Peter ein Denkmal für die gefallenen Oldenburger auf dem Hochhäuser Friedhof errichten. Der Entwurf stammte von Ernst Klingenberg, dem Architekten des Oldenburger Augusteums. Zur Einweihung, die unter großer Anteilnahme der Bevölkerung stattfand, war eigens eine Delegation aus Oldenburg angereist. Die schlichte Inschrift des Denkmals lautet „Dem Andenken der im Gefecht bei Werbach und Hochhausen am 24. Juli 1864 gefallenen treuen Krieger des Oldenburgischen Infanterie Regiments“. Auf der Rückseite ist ein Bibelzitat zu lesen. Dann folgen die Namen der Toten. Sie stammten aus dem gesamten Oldenburger Land.

Zum 150. Jahrestag des Gefechts an der Tauberbrücke veranstaltete der „Verein für Obst- und Gartenbau, Landschaft und Heimatpflege Hochhausen e.V.“ unter Mitwirkung des Gesangvereins Liederkranz, und der Freiwilligen Feuerwehr einen würdigen Gedenktag mit Gottesdienst und anschließender Gedenkfeier am Oldenburger Denkmal. Der „Verein für Obst- und Gartenbau, Landschaft und Heimatpflege Hochhausen e.V.“ kümmert sich um den Erhalt des Denkmals und hat es erst kürzlich wieder instandgesetzt.

Am Gedenktag nahm eine kleine Delegation aus Oldenburg teil. Ein Vertreter der Oldenburgischen Landschaft hielt ein Grußwort und legte ein Gesteck in den oldenburgischen Farben Blau und Rot am Denkmal nieder. Weitere Gestecke kamen von der Stadt Tauberbischofsheim, zu der Hochhausen heute gehört, und vom Verein für Obst- und Gartenbau, Landschaft und Heimatpflege. Bei der Gedenkfeier wurden unter anderem die Namen der Gefallenen verlesen. Nachmittags zeigte der Verein in der Hochhäuser Friedhofskapelle eine Audio-Slideshow zum Gefecht bei Hochhausen und Werbach.

In der Stadt Oldenburg erinnern die Hochhauser Straße und die Werbachstraße sowie die Würzburger Straße im Ziegelhofviertel an die damaligen Ereignisse. In Hochhausen gibt es seit einigen Jahren eine Oldenburger Straße.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.