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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Boykott-Aufruf: Streit um Israel-Kritik entzweit Lehrergewerkschaft

26.10.2016

Oldenburg Im Streit um den israel-kritischen Bericht von GEW-Mitglied Christoph Glanz in der Mitgliederzeitschrift Paed-Ol hat eine Debatte innerhalb der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft ausgelöst. Vorsitzender Heinz Bührmann ist sowohl bei Kritikern als auch Unterstützern in die Kritik geraten.

Sabine Nier, Schatzmeisterin des GEW Kreisverbands, nahm die BDS-Kampagne in Schutz. „Wir sollten aufpassen, dass wir nicht die verbalen Gewohnheiten von Menschen übernehmen, die die Welt in Freunde und Feinde aufteilen“, schreibt die Pädagogin in einer Stellungnahme zum Bericht „Schulbehörden prüfen Vorwürfe gegen Lehrer Glanz“ (NWZ  vom 11. Oktober).

GEW Sucht den richtigen Kurs

Die GEW hatte für die September-Ausgabe der Zeitschrift Paed-Ol einen Artikel von GEW-Mitglied und BDS-Aktivist Christoph Glanz eingeplant.

Auf Intervention der Deutsch-Israelischen Gesellschaft hin entschied der Vorstand, das bereits gedruckte Heft nicht an die Mitglieder zu verteilen.

Zunächst entschuldigte sich der Kreisvorstand für die Veröffentlichung. In einem weiteren Schreiben würdigte die GEW Glanz dann aber für dessen wertvolle pädagogische Arbeit.

Innerhalb der GEW ist der Umgang mit Glanz und der BDS umstritten.

Den Aufsatz von Glanz lesen Sie unter bit.ly/glanz-original

„Die BDS-Kampagne, die – lediglich – einen Boykott fordert, ist weder israelfeindlich noch antisemitisch. Oder bezeichnen wir uns jetzt als Russlandfeinde oder Antichristen, weil unsere EU Russland wegen der Besetzung der Krim tatsächlich boykottiert?“ Nier kritisiert die GEW-Bundeszentrale, die die Veröffentlichung der Mitgliederzeitschrift mit dem Aufsatz von Glanz verboten habe.

Die GEW-Schatzmeisterin verweist auf einen Aufruf von Holocaust-Überlebenden und -Nachfahren im August 2014 in der Zeitung „New York Times“. Dort werde Israel kritisiert wegen „Massaker an den Palästinensern“. „Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt“ heiße es dort, erklärt Nier mit Verweis auf Presseberichte und fragt: „Sind diese Menschen deswegen Antisemiten?“

Demgegenüber greift ein von GEW-Mitglied Rolf Jordan eingereichtes Schreiben an die NWZ  den Vorstand an. Mit seinen Äußerungen im Bericht „Gewerkschaft stellt sich hinter Lehrer Glanz“ (NWZ  vom 15. Oktober) spreche Vorsitzender Bührmann „nicht in unserem Namen“, heißt es in dem Brief, den neben Jordan auch Hanne Boyn, Guido Frühauf, Barbara Hallerbach, Raimund Hethey, Christian Katz, Jan-Ole Kliem, Lisa Scheremet und Martin Vialon unterzeichnet haben.

„Wir machen uns keine Illusion über die Gründe der Nicht-Veröffentlichung des geplanten Werbeartikels für die antisemitisch konnotierte BDS-Kampagne in der Mitgliederzeitschrift Paedol“, schreiben die GEW-Mitglieder. Dies sei lediglich auf äußeren Druck erfolgt, nicht aus innerer Einsicht der örtlichen GEW Nomenklatura.

Der Landesvorsitzende der GEW, Eberhard Brandt, habe interveniert, nachdem Bührmann ihn um Unterstützung gebeten habe. Eine solche Intervention sei „ein Armutszeugnis“ für den Kreisvorstand. „Die Solidarisierung mit Herrn Glanz, das vorherige Hin- und Her, deuten auf einen Machtkampf im Weser-Ems-Bezirk der GEW hin“, schreiben die Mitglieder.

Derzeit sehe es so aus, als hätten sich „Gesinnungsgenossen von Herrn Glanz“ durchgesetzt, „das heißt diejenigen alten Linken, die eine ,offene’ Diskussion über den globalen Ausschluss Israels aus jeder akademischen, sportlichen, kulturellen und ökonomischen Gemeinschaft fordern“. Solche „demagogischen und hassfördernden Forderungen“ sollten unterbunden werden; sie hätten in einer Gewerkschaftszeitung „nichts zu suchen“.

Glanz ist Mitglied der Kampagne BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen), die wegen der Menschenrechtsverletzungen an den Palästinensern zum Boykott von Israel aufrufen. Unter anderem der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, hat die BDS als antisemitisch kritisiert.

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