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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Bauwerkhalle bleibt weiter ein heißes Thema

18.05.2017

Oldenburg Nicht übereinander reden, sondern miteinander: Das dachten sich Bauwerksvorsitzender Dr. Frank-Egon Pantel und der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Werkstätten, Gerhard Wessels. Damit trafen sich am Dienstagnachmittag jene beiden, die an der Bauwerkhalle am Oldenburger Pferdemarkt Interesse haben: Der Verein Bauwerk ist in der städtischen Immobilie Mieter zum Nulltarif und veranstaltet Projekte zur Stadtentwicklung; die Gemeinnützigen Werkstätten wollen Grundstück und Halle kaufen und dort ein italienisches Spezialitäten-Restaurant einrichten, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam arbeiten können.

Ungefähr zur selben Zeit wurde auf der Sitzung des Kulturausschusses am späten Dienstagnachmittag im PFL sehr engagiert über die Zukunft genau dieser 1898 als Metallbetrieb erbauten Halle diskutiert. Die Grünen hatten das Thema per Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung gehievt.

Und zwar nicht zuletzt, so erläuterte es Kurt Bernhardt, weil 300 Menschen aus der freien Kulturszene („creative mass“) am Samstag gegen den Verkauf der Halle demonstriert hatten. „Das Thema wird zwar in der Öffentlichkeit diskutiert, aber nicht in den Ratsgremien“, erklärte er. Jurist Bernhard Ellberg (SPD) unternahm per Verweis auf die Gemeindeordnung einen vergeblichen Versuch, die Dringlichkeit dieser Angelegenheit in Frage zu stellen. Schließlich waren auch die beiden Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Dr. Esther Niewerth-Baumann (ebenfalls Juristin) und Dr. Christiane Ratjen-Damerau der Meinung, das Thema sei ein dringendes Anliegen, weil es viele interessiere.

Viele Zuschauer

Von den Kulturschaffenden unter den Zuschauern wurden zur Unterstützung dieser These entsprechende Plakate gezeigt, so dass schließlich alle Fraktionen der Themendiskussion zustimmten.

Kulturamtsleiterin Christiane Cordes informierte also darüber, dass der Stadt ein Kaufangebot der Gemeinnützigen Werkstätten vorliege. „Aus Sicht der Verwaltung gibt es Gründe dafür, das Angebot zu prüfen.“ Dazu zählte sie unter anderem die Inklusionsgastronomie in zentraler Lage und dass die Stadt die Sanierung des Gebäudes nicht selbst zahlen müsse.

Später würde der bekannte Oldenburger Schriftsteller Klaus Modick, beratendes Mitglied im Kulturausschuss, von „Absurdistan“ sprechen, dass der amtierende Kulturdezernent Jürgen Krogmann, also der OB, weder am Samstag auf der Demonstration gewesen sei, noch an diesem Tag im Kulturausschuss. „Es kann nicht sein, dass er in Deckung geht“, meinte Modick und forderte „Schluss mit der Posse“ zu glauben, diese Stadt habe einen Kulturdezernenten.

Doch zuvor war es noch darum gegangen, ob hier Heimlichkeiten bei diesem Hallenverkauf im Spiel seien, schließlich sei die Stadt nicht in finanzieller Not (Dr. Holger Onken, Linke; Franz Norrenbrock, WFO, LKR).

Michael Schilling (CDU) bedauerte, wenn zu viele freie Flächen für die offenen Kulturszene verloren gingen. Diese Feststellung unterstützten auch die beratenden Mitglieder Jörg Kowollik und Helga Wilhelmer, die nicht nur darauf hinwiesen, dass in den sozialen Netzwerken – allen voran Facebook, die Bewegung „creative mass“ schon 1500 Freunde verzeichne. Kowollik wies darauf hin, dass die Bauwerkhalle nur der Tropfen gewesen sei, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe und erinnerte noch einmal an die Absage des Freifeld-Festivals als ein Aspekt der Unzufriedenheit der freien Szene. Die Politik und die Verwaltung sollten sich einmal mit den Wünschen dieser vor allem jungen Menschen beschäftigen.

Dagegen hatte auch Nicole Piechotta (SPD nichts einzuwenden, denn derzeit kenne man die genauen Positionen nicht. Daher konnte sie auch keinen Zeitdruck für das Bauwerkhallen-Projekt erkennen.

Wenig offene Projekte

Kurt Bernhardt (Grüne) erläuterte noch einmal, dass es kaum so offene, raue Projekte wie die Bauwerkhalle in der Stadt gebe. Schließlich sei weder auf dem Fliegerhorst, noch beim Ringlokschuppen für die kreative Szene bislang etwas realisiert worden.

Und die Frage von Christiane Ratjen-Damerau (FDP), wieso es überhaupt ein Kaufangebot für die Halle gebe, die ja gar nicht auf dem Markt gewesen sei, blieb unbeantwortet. „Fragen Sie den Chef der Verwaltung“, antwortete Bernhard Ellberg (SPD). Ratjen-Damerau schlug vor, die Gemeinnützigen Werkstätten könnten ja die leerstehende Gaststätte Steffmann an der Kurwickstraße nehmen.

Die Heimlichkeit in dieser Angelegenheit zumindest wies Kulturamtsleiterin Christiane Cordes weit von sich. Und die SPD will sich in der kommenden Woche mit Bauwerk-Vertretern und mit der Geschäftsführung der Gemeinnützigen Werkstätten treffen.

Doch die hatten am Dienstag ja längst miteinander gesprochen. Fazit: Alles ist offen. Auch Verwaltung und Politik werden weiter beraten.