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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Verdichtete Bebauung stößt auf wenig Gegenliebe

31.12.2019
Betrifft: „Stadt setzt auf Wohnblocks“ (NWZ vom 11. Dezember)

Es ist schade, dass die Stadt Oldenburg, in meinen Augen mit sehr wenig Fingerspitzengefühl, versucht, die Stadt nachzuverdichten. Das für eine wachsende Stadt Wohnraum geschaffen werden muss, ist uns allen klar, aber wie und mit welchem Ziel?

Als ich vor 26 Jahren nach Oldenburg gezogen bin, hatte die Stadt noch ein fast niederländisches Flair und wir hatten das Glück, ein Reihenhaus in einer Sackgasse mieten zu können, wo Bobby Cars auf der Straßen geparkt werden konnten.

Wo bleiben heute die Familien, die es sich nicht leisten können, in Stadtnähe eine in die Jahre gekommene Immobilie zu sanieren oder einen Neubau zu erwerben?

Ist es das Ziel der Stadt, Familien in das Umland zu verbannen, so dass Kinder schon morgens im Bus sitzen müssen, anstatt mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren?

Sämtliche Neubau-Mehrparteienhäuser sind auf den Bezug von Singles und Paaren ausgerichtet. Hier sind aufgrund des erhöhten Geräuschpegels in der Regel keine Kinder erwünscht.

Warum werden seitens der Stadt kleine Wohnstraßen, in denen Familien mit Kindern wohnen, durch Mehrfamilienhäuser und den damit einhergehenden Verkehr zerstört?

Ich glaube, dass es unserer doch sehr lebenswerten Stadt sehr guttäte, zu versuchen ein Leben möglichst vieler Lebensformen zu gewährleisten oder zu erhalten.

Susanne Grändorf
Oldenburg

Auch ich gehöre zu den unmittelbar Betroffenen der sog. Nachverdichtung der Stadt. Ich habe das Gefühl, im Garten wie an einem Kai zu stehen, und es ist ein Riesendampfer vorgefahren, nur – er fährt nicht mehr ab. Dass unser großes Nachbargrundstück mit einem Einfamilienhaus eines Tages dichter bebaut würde, war uns klar. Dass aber im Nachbargarten gleich zwei Wohnblöcke mit insgesamt 13 Wohnungen und entsprechend vielen Parkplätzen entstehen, ist mehr als gewöhnungsbedürftig! Eine vorherige Information oder Nachbarschaftsanhörung fand nicht statt! Man erfuhr durch Kaufinteressenten auf der Straße davon. Das Bauamt erteilte schließlich die Auskunft, es sei alles „nachbarschützend“ geplant und genehmigt.

Die Nachverdichtung erfolgt so rigoros, dass ich mich frage, wohin das führt, wenn jeder sein Grundstück bis an die Höchstgrenze ausschöpft!? Wo bleibt in Oldenburg das „grüne Paradies mit dem einzigartigen Flair“, womit für diese Häuser geworben wird? Aber auch bescheideneren Bedürfnissen wird diese Bebauung nicht gerecht. Für den „Blick ins Grüne“ sind die Nachbarn zuständig. Welche „Aufenthaltsqualität“ bieten Parkplätze, die bei Bauvorhaben nachgewiesen werden müssen, aber kaum Grünflächen? Wo sollen und wollen Kinder spielen, sich Menschen begegnen oder entspannen? Welche Unzufriedenheit und Aggressionen in zu unwirtlichen Lebensräumen entstehen, ist hinlänglich bekannt.

Kerstin Graw
Oldenburg

Wer in Oldenburg mit seinem Bauantrag an den Vorschriften zur Einfügung in dem nicht qualifiziert beplanten Innenbereich (§ 34 BauGB, BauNVO) scheitern will, der muss sich viel Mühe geben. Das Bundesverwaltungsgericht meinte 1987, der Bebauungszusammenhang bedeute nicht, dass dieser ein harmonisches Ganzes darstellen muss. Da ist also viel Spielraum (...). Anders verhält es sich bei Projekten im Geltungsbereich von Bebauungsplänen aus den 1970er Jahren, die schon mehrfach zu viel Unmut geführt haben. Diese alten B-Pläne veranschaulichten mit ihren Festsetzungen die städtebaulichen Vorstellungen einer gartenstadtähnlichen Bebauung. Dies war vor allem zusammen mit den damals geltenden Abstandsvorschriften zu erreichen. Die vorgeschriebenen Grenzabstände haben sich jedoch bis heute teilweise fast halbiert. Das führt zu einer erheblich höheren Verdichtung und Verschattung auf den überbaubaren Grundstücksflächen, und damit zur Beeinträchtigung der vorhandenen Bebauung. Der Stadtrat könnte dies ändern, aber hier sind die Kapitalinteressen von Investoren, genannt Nachverdichtung, wichtiger als die Wohnqualität der vorhandenen Bebauung. Da die 50 Jahre alten B-Pläne nicht mehr die gewollten Planungsziele widerspiegeln, ist deren Anwendung als Rechtsgrundlage unzulässig, da dies dem Planungsrecht widerspricht.

Manfred Murdfield
Oldenburg

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