• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Viel Hilfe für einzigartiges Mausoleum

11.01.2012

OLDENBURG Es ist knapp drei Jahre her, da fiel der Herzog fast auf den Rücken. Bildlich gesprochen – und heute kann Christian Herzog von Oldenburg sowieso schon drüber lachen. Doch damals, als er erfuhr, dass es in das Mausoleum auf dem Gertrudenfriedhof hineinregnete und er den Kostenvoranschlag für die notwendige Grundsanierung erhielt, war ihm noch anders zumute.

Rund 800 000 Euro hatte Artur Saathof vom Oldenburger Architekturbüro Angelis und Partner für die Realisierung des gesamten Projekts angesetzt – kaum bezahlbar für die Herzoglich Oldenburgische Verwaltung Güldenstein allein. Die Eigentümerin des Gebäudes, in dem seit über 200 Jahren die Oldenburger Herzöge und Großherzöge sowie deren Angehörige ihre letzte Ruhestätte finden, musste sich nach Sponsoren umsehen. Das klappte bestens: Die Finanzierung steht inzwischen, weshalb Herzog Christian nun auch wieder lachen kann.

Dank der Unterstützung des Bundes und des Landes, der OLB-Stiftung, der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – die am Dienstag den ersten Spendenscheck in Höhe von 100 000 Euro an den Herzog überreichte – sind inzwischen die Handwerker in das Mausoleum im nördlichen Teil des Gertrudenfriedhofs eingezogen. Es gilt, eines der frühesten Zeugnisse der klassizistischen Architektur zu erhalten.

Von außen ist von dem Bau nicht mehr viel zu sehen. Völlig eingepackt nach Christo-Manier ist die Fassade, und auch im Inneren ist jeder Hinweis auf die Nutzung des Gebäudes verborgen. Statt Altar und Zierfiguren beherrscht das Stangengewirr eines riesigen Baugerüsts die Grablege der Oldenburger Herzöge. Im ersten Bauabschnitt werden Außenwände und Dach saniert, ab Herbst folgt der zweite Bauabschnitt mit der Restaurierung des Innenraums samt Spiegeldecke und Innen- einbauten.

Dass sich so viele Institutionen und Ministerien an der Förderung des Mausoleum-Projekts beteiligen, liegt in großem Maße an Wiebke Dreeßen vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Sie wies nach, dass es sich hier um ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung handele. Das Mausoleum sei ein frühes und fast noch im Originalzustand befindliches Beispiel des Klassizismus’, es habe – „sehr ungewöhnlich“ – seinen Standort auf einem kommunalen Friedhof und sei nicht abgeschottet von den Bürgern, und es zähle deutlich zur europäischen Baukultur.

Als diese Expertise vorgelegen habe, seien die Türen zu den Fördertöpfen des Bundes offen gewesen, meinte Staatssekretär Thomas Kossendey, der den Staatsminister für Kultur, Bernd Neumann, für die Sache gewann. Und auch die Stiftung Denkmalschutz (die insgesamt 200 000 Euro Zuschuss geben wird) war angetan von der Idee. „Unsere Spende ist auch ein Stück Vermächtnis unseres verstorbenen Vorsitzenden Gottfried Kiesow“, erläuterte dessen Nachfolgerin Rosemarie Wilcken bei der Scheckübergabe das besondere Engagement der Institution.

Nun wird mit Hochdruck hinter der Fassaden-Schutzfolie gearbeitet. Im Jahr 2013 soll das Mausoleum wieder regenfest und baulich in Ordnung sein.

Klaus Fricke
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.