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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Vorbild für spätere Generationen

11.04.2013

Oldenburg Sie setzten sich für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung in Oldenburg ein, doch ihr bürgerliches Engagement sollten sie mit dem Tod bezahlen: Am 10. April 1813 wurden Albrecht Ludwig von Berger und Christian Daniel von Finckh in Bremen erschossen. Zu ihren Ehren legte die Oldenburgische Landschaft am Grabdenkmal neben dem Mausoleum auf dem Gertrudenkirchhof einen Kranz nieder.

Landschaftspräsident Thomas Kossendey und Pastor Ralph Hennings würdigten in ihren Reden das Wirken der beiden Männer, die als Mitglieder einer fünfköpfigen provisorischen Kommission in Oldenburg eine Proklamation zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung erlassen hatten. Das Herzogtum Oldenburg gehörte von 1811 bis 1813 zum Kaiserreich Frankreich.

Feldzug gescheitert

Im März 1813 verbreitete sich die Nachricht vom gescheiterten Russlandfeldzug Napoleons in Oldenburg wie ein Lauffeuer. Die Besatzer verließen am 16. März 1813 die Stadt, die Oldenburger warfen den abziehenden Soldaten Steine hinterher, feierten, rissen die französischen Hoheitssymbole von den Gebäuden und plünderten das Zuchthaus, das die Franzosen als Lager genutzt hatten.

Doch am 23. März kehrten die Franzosen zurück. Napoleon hatte reagiert und eine militärische Strafexpedition entsandt. Von Berger und von Finckh wähnten sich zunächst in Sicherheit, hatten sie sich doch, wie sie annahmen, im Sinne der Franzosen für Recht und Ordnung eingesetzt. Ein Irrtum: Die fünf Mitglieder der Kommission wurden am 4. April verhaftet, von Finckh und von Berger am 9. April in einem Schauprozess zum Tode durch Erschießen verurteilt. Vollstreckt wurde das Urteil am 10. April vor dem Bremer Doventor.

Erst später überführt

Die Leichen wurden auf einer Wiese verscharrt, dann von Oldenburgern auf einem benachbarten Friedhof beerdigt und schließlich von Herzog Peter Friedrich Ludwig, der nach dem Ende der Franzosenzeit aus dem Exil zurückgekehrt war, nach Oldenburg zurückgeholt. Dort wurden die beiden Leichname 1824 in ein aufwendiges Grabmal auf den Gertrudenfriedhof eingebettet.

Zeitzeugen haben das Urteil als Unrechtsprozess empfunden, in dem Tatsachen verdreht wurden, betonte Hennings. Mit ihrer gezeigten Zivilcourage seien die beiden Männer Vorbilder. „Ihr Tod sollte als Mahnung dienen gegen jede Art von Fremd- und Gewaltherrschaft“, unterstrich Kossendey. Freundschaft sei der beste Garant dafür, dass es nie wieder zu Krieg und Gewaltherrschaft komme.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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