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NWZonline.de Region

Wenn Eltern an Krebs erkranken

09.03.2016

Oldenburg Wer kümmert sich um Kinder, deren Vater oder Mutter an Krebs erkrankt? Diese Frage beschäftigte Psychoonkologin Angela Paradies schon seit langem. In der Klinik sorgt sie seit Jahren dafür, dass die Erwachsenen mit dieser Diagnose ihr Leben trotzdem weitergestalten. Dass sie lernen, ihr Schicksal anzunehmen, wenn nichts mehr so ist, wie es einmal war.

„Ich habe oft gesehen, dass die Ehepartner der Erkrankten damit überfordert sind, sich dann um alles zu kümmern“, erläutert sie. „Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, betrifft dies immer die gesamte Familie.“ Welche Belastung das sein kann, beweist der Satz eines Krebspatienten, der unlängst sagte, er wisse heute – 20 Jahre später – nicht mehr, wie er zu seinem Auto gekommen sei, nachdem ihm der Mediziner eröffnet hatte, dass er Hautkrebs habe.

Auch Ehepartner müssen dann mit diesem Schock fertig werden, andererseits aber auch damit, den kranken Partner oder die kranke Partnerin zu stützen. „Und sie müssen die finanziellen Belastungen tragen. Häufig seien es dann die Kinder, denen wenig Hilfe angeboten werde. Das sei keine böse Absicht, sondern es fehle einfach die Kraft dafür. Doch oft seien Kinder oder Jugendliche mindestens so traumatisiert wie die Eltern. „Manche fühlen sich sogar schuldig“, erklärt die Diplom-Psychoonkologin.

Und so hat sich die Expertin mit Gleichgesinnten entschlossen, für diese Familien etwas zu tun: Gegründet wurde der Verein „Lichtblick“. „Unser Ziel ist es, diese Kinder – und damit auch die Familien – zu unterstützen. Ziel ist es, eine Kinder- und Jugendpsychologin einzustellen, die den Kindern hilft, diese traumatische Situation in einem geschützten Raum zu verarbeiten. Bisweilen werde in den Familien nicht über die Erkrankung gesprochen, so dass auch Kinder dieses Tabu für sich empfinden. Hier will der Verein auch Wissen vermitteln, zum Beispiel wie altersgerecht mit den Kindern über die Erkrankung von Vater oder Mutter gesprochen werden kann.

Im Herbst vergangenen Jahres hat sich der Verein mit Angela Paradies als Vorsitzende gegründet. Die Gerichte haben alles geprüft und die Gemeinnützigkeit und Mildtätigkeit anerkannt. Noch fehlt die nachhaltige finanzielle Ausstattung, dass eine Kinder- und Jugendpsychologin eingestellt werden könnte. Doch Angela Paradies ist hoffnungsvoll. Unterstützt dabei wird sie auch von Wiebke Oncken, der stellvertretenden Vorsitzenden. Die Mutter eines kleinen Kindes kann nachfühlen, wie es Familien in solchen Fällen geht. Um zu helfen, engagiert sie sich in dem Verein.

Auch Statistik haben die Vorstandsfrauen recherchiert: 174 Kinder und Jugendliche haben in der Stadt und im Kreis Oldenburg sowie dem Ammerland 2014 ein Elternteil an den Folgen einer Krebserkrankung verloren.

Jährlich erkranken etwa 2350 Erwachsene an einem bösartigen Tumor, in deren Familien etwa 380 Kinder leben.  Informationen zu „Lichtblick“, dessen Hilfsangebot Kinder kostenlos in Anspruch nehmen können, unter Tel. 0176/57 82 82 82 oder unter info@lichtblick-ol.de.


     www.lichtblick-ol.de 
Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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