• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Oldenburger Solidarität beeindruckt EU-Politiker

21.02.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-07-20T16:43:49Z 280 158

Hakenkreuz-Schmierereien:
Oldenburger Solidarität beeindruckt EU-Politiker

Oldenburg Beeindruckt von der Historie des Trauerhauses und zugleich schockiert von rechtsradikalen Schmierereien zeigte sich der Europaparlamentsabgeordnete Arne Gericke. Am Freitag besuchte der Politiker (Familien-Partei) den alten jüdischen Friedhof.

Der Eingangsbereich der letzten Ruhestätte war in der Nacht zum Sonnabend, 14. Februar, mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Kurz darauf folgten ähnliche Schmierereien in der Nacht zum Donnerstag an zwei Oldenburger Schulen. Trauriger Anlass für Gericke auf seiner „Dialogtour“ durch Deutschland in Oldenburg Halt zu machen. Seit 2014 ist er Mitglied im EU-Parlament.

Jehuda Wältermann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, empfing Gericke und besuchte mit ihm die Synagoge und die Trauerhalle auf dem jüdischen Friedhof in Osternburg. „Dieser Ort ist beeindruckend“, sagte der Abgeordnete. Es sei wichtig, dass Gebäude wie diese, die die deutsche nationalsozialistische Geschichte überstanden haben, gepflegt und wertgeschätzt werden, so Gericke weiter. Umso verstörender sei es, „zu sehen, dass es noch immer Menschen gibt, die sich von Fehlinformationen verleiten lassen“. Es stelle sich die Frage, wodurch der unbekannte Täter zu den Schindereien motiviert worden war. „Man muss sich fragen, ob sich diese Person von nationalsozialistischen Botschaften hat beeinflussen lassen oder aus purer Dummheit diese jüdischen Bauten geschändet hat“, so Gericke.

Der Politiker berichtete bei seinem Besuch von seinem Einsatz im Europäischen Parlament gegen Antisemitismus. Er habe vor kurzem die Europäische Kommission aufgefordert, angesichts der judenfeindlichen Gewalttaten und Terrorakte in Europa einen „Europäischen Beauftragten gegen Antisemitismus“ zu benennen. „Ich wünsche mir, dass Kinder und Jugendliche eine stärkere Verbindung zu jüdischen Gemeinden knüpfen, da bisher oft der Kontakt fehlt“, sagte Gericke. Es sei wichtig, nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln und gerade in Fällen wie diesen, Freundschaften zu jüdischen Gemeinden zu pflegen.

Umso mehr sei er beeindruckt gewesen, als er von der Solidarität der Nachbarschaft und der Demonstration an diesem Sonnabend erfuhr. „Gerade jetzt ist es essenziell, zu zeigen, dass die jüdischen Gemeinden einen wichtigen Platz in Deutschland einnehmen.“

Anschließend nahm Gericke am jüdischen Gottesdienst teil. Danach ging es für ihn weiter nach Berlin. Daher konnte er nicht an der Demonstration am Sonnabend teilnehmen.