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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

Zeichen der Hoffnung aus Oldenburg

18.08.2015

Oldenburg „Es fehlt an allem – selbst am Wasser.“ Holger Geisler, Sprecher des in Oldenburg ansässigen Zentralrats der Jesiden, weiß gar nicht wo er anfangen soll mit den schlechten Nachrichten. Ein Jahr nach dem Massaker der Terroristen des Islamischen Staats im nordirakischen Shingal – damals sollen etwa 10 000 Jesiden ermordet worden sein – sind noch immer 500 000 der rund 800 000 irakischen Jesiden Flüchtlinge im eigenen Land.

Doch Zeichen der Hoffnung setzen die Landsleute aus Deutschland: „Wir haben von Oldenburg aus 15 Lastzüge mit Hilfsgütern ins Krisengebiet geliefert, 170 000 Euro Bargeld haben wir als Soforthilfe in die Flüchtlingslager gebracht“, bilanziert Geisler. Und weil die kurdische Regionalregierung die Flüchtlingslager im Shingal nicht mit Wasser versorge, habe der Zentralrat zwei lebensmittelgeeignete Tanklastzüge gemietet und fahre seit Mitte Juni jeden Tag 44 000 Liter Trinkwasser zu den 10 000 Menschen in die Lager. Geis­ler: „Aber das Geld geht zur Neige. Ab Mitte September ist die Finanzierung nicht mehr gewährleistet. Wir brauchen dringend Spenden.“

Das gilt auch für ein weiteres Projekt: Im Ort Sharia haben die Jesiden ein großes Haus gemietet, in dem es sozialpädagogische Betreuung für Mädchen und Frauen gibt. Dafür wurden vier Mitarbeiterinnen eingestellt, die die Frauen im Nähen ausbilden. Die Kosten: 20 000 Euro pro Jahr. „Wir würden dies gern in allen Lagern anbieten“, sagt Geisler. Aber dafür reichten die Mittel nicht.

Als nächste Spende geht demnächst ein Krankenwagen der US-Streitkräfte aus Italien nach Shingal. Den hat ein Kameramann des WDR nach einem Einsatz im Nordirak mit weiteren Spendern besorgt.

Derzeit steht er beim Jesidischen Gemeindezentrum in Kreyenbrück. Die Oldenburger Johanniter folgten einem Hilferuf der Jesiden und zehn von ihnen haben sich bereit erklärt, die 6000-Kilometer-Strecke von Oldenburg in den Nordirak zu fahren, berichtet Dienststellenleiter Stephan Siemer. Der Bundesverband müsse aber noch „Grünes Licht“ geben. Die Ärzteorganisation „Yazdar“ will den Wagen übernehmen; das nächste Krankenhaus ist 60 Kilometer von den Lagern entfernt.

„Wir brauchen auch Defibrillatoren, EKG- und Mammographiegeräte“, sagt Geis­ler, wer spenden möchte, erreicht die Jesiden in Kreyenbürck unter Tel. 4850555 oder unter zentralrat@yeziden.de.

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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WDR | Johanniter | Krankenhaus

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