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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Politik

BUNDESTAGSWAHL: Zwischen Kabul und Kleefeld im Einsatz

03.09.2009

OLDENBURG Viele Hände sind es, die Staatssekretär und CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Kossendey an diesem Tag schüttelt, Dutzende – wie an vielen anderen Tagen. Einladungen folgen zwischen Afghanistan, dem Horn von Afrika und seinem Heimatort Kleefeld. Veranstaltungen besuchen im Wahlkreis und der restlichen Republik, Reden halten im Bundestag in Berlin, bei Bundeswehr-Terminen, bei Jubiläen und Einweihungen, Gespräche führen im Kanzleramt, bei Talkrunden, an Wahlkampfständen und überall Menschen zuhören und sich auch dem kritischen Urteil von Bürgerinnen und Bürgern stellen – das ist Alltag für den Kleefelder.

„Dass sich der Kreis so schließen wird und ich als gebürtiger Berliner eines Tages Politik in Berlin mitgestalten kann, das habe ich mir nicht träumen lassen“, sagt der 61-Jährige, der sich im Wahlkampf 2009 fast einen Tag von der NWZ begleiten ließ.

Vom Fußball zur Politik

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Erste Station Edewecht, Einweihung des 1. Niedersächsischen Erdwärmepfades bei der Firma Weber & Reil, mit Staatssekretär Thomas Kossendey als Schirmherrn: Heimspiel für den Kleefelder, der über den Fußball zur Politik kam. „In Osternburg engagierte ich mich als Jugendlicher in der kirchlichen Jugendarbeit“, berichtet der Katholik.

Einige Jugendliche, mit denen er damals aktiv war, seien in der Jungen Union gewesen, die auch eine Fußballmannschaft für die Oldenburger Betriebssportliga gestellt habe. Irgendwann habe man ihn als begeisterten Freizeitfußballer gefragt, ob er nicht mitkicken wolle. Bald besuchte Kossendey Versammlungen der Jungen Union und fand sich „relativ schnell in der Rolle eines Vorstandsmitglieds“ wieder. Die Politkarriere startet auf dem Fußballplatz.

„Klimaschutz und Energieeffizienz und die Bedeutung der erneuerbaren Energien für den Weltfrieden“ – das sind Aspekte in Kossendeys Rede bei der Einweihung des Erdwärmepfads.

Kleefelder unter sich

Der Staatssekretär trifft viele Bekannte, man ist per Du und tauscht sich aus. Ein Nachbar Kossendeys hatte die Tage einen leichten Herzinfarkt erlitten. Zwei Tage zuvor hatte man sich in Berlin gesehen, die Kleefelder (Helfer der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Bauerschaft) waren zusammen mit der MS-Gruppe Ammerland als Besucher im Reichstag von Kossendey empfangen worden. Wenig später ist der Politiker mit dem Kleefelder Klaus Groh, Vorsitzender des Ammerländer Kunstpfads, ins Gespräch vertieft.

Nach Westerstede

Zweite Station ist Westerstede: Thomas Kossendey nimmt in der St.-Petri-Kirche an der Trauung des CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke und seiner Frau Frederike, geb. Potthoff, teil. Die Braut war 2005 in die CDU eingetreten und hatte sich gleich in Kossendeys Wahlkampfteam engagiert.

Nach der Trauung Händeschütteln, man freut sich, scherzt miteinander. Was nur einige wissen: Kossendey wartet – auf Niedersachsens CDU-Landeschef David McAllister. Der hatte sich vorgenommen, zwischen zwei Terminen zu kommen und dem Brautpaar unmittelbar nach der Trauung zu gratulieren.

Dritte Station der Tour ist Westerstede-Felde: Wahlkampftermin mit CDU-Landeschef McAllister bei der CDU-Mittelstandsvereinigung. Wirtschaftsthemen bestimmen die nächsten Stunden. Der letzte Termin, mit Parteifreunden, die in Oldenburg Bundestagswahlkampf betreiben, zum Stadtfest zu gehen, wird aufgrund des Regens abgesagt.

Morgen gibt es neue Termine.

Ein Spezial gibt es unter NWZonline.de/bundestagswahl

Heute beginnt in der NWZ eine neue Serie. Wir begleiten die Kandidatinnen und Kandidaten der Bundestagsparteien auf einer Tour durch Oldenburg bzw. das Ammerland. Dabei können die Begleiteten die Route und die Haltepunkte selbst bestimmen.

Zur Person

Thomas Kossendey (61) wuchs in Oldenburg auf. Nach dem Wehrdienst studierte der Kleefelder, der verheiratet ist und einen Sohn hat, Rechts- und Staatswissenschaften u.a. in Köln und Münster. Nach dem 2. Staatsexamen war er ab 1980 als Verwaltungsjurist für Niedersachsen tätig, zuletzt als Büroleiter für Kultusminister Werner Remmers.

In CDU und Junge Union (JU) trat Kossendey 1971 ein, von 1974 bis 1980 war er JU-Landesverbandsvorsitzender in Oldenburg. Er engagierte sich 20 Jahre als Ratsherr in Edewecht und kurzfristig im Ammerländer Kreistag. Von 1993 bis 2003 leitete er den Kreisverband Ammerland. Seit 1987 gehört er ununterbrochen dem Bundestag an. Er war Mitglied des Verteidigungsausschusses, ab 1998 als stv. Vorsitzender. Kossendey ist Vorsitzender der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe.

2006 wurde er zum Parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium ernannt. Außerdem engagiert er sich für den Verein „Bundeswehr hilft Kindern in der 3. Welt“.

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Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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