Oldenburg - Mit Beginn des Lamberti-Markts sind in der Fußgängerzone wieder vermehrt Bettler anzutreffen. Dabei handelt es sich laut Polizei keineswegs nur um hilfsbedürftige Obdachlose. Unterwegs seien auch organisiert auftretende Bettlergruppen, die auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, das Mitleid der Innenstadtbesucher zu erwecken und diese zu einer Spende zu bewegen.

Aktuell hat die Polizei eine Gruppe aus der Slowakei im Blick. Die Frauen und Männer werden morgens mit einem Kleinbus in die Fußgängerzone gebracht. Den Tag über sitzen sie in der Nähe des Lamberti-Markts auf einem Holzstuhl und betteln. Einige haben kleine Hunde dabei. Nach Erkenntnissen der Polizei müssen die Leute ihr erbetteltes Geld abends an dubiose Hintermänner abgeben.

Die Polizei kündigte am Dienstag Kontrollen an. Auch der Zentrale Außerdienst des Ordnungsamtes „wird in den kommenden Wochen auf dem Lamberti-Markt verstärkt auf Bettelei durch organisierte Gruppen achten und gegebenenfalls Platzverweise aussprechen“, so Annika Milz vom Pressebüro der Stadt.

Grundsätzlich ist das Betteln nicht verboten. Eingreifen kann das Ordnungsamt nur, wenn ein Rechtsverstoß vorliegt. Dazu zählt das „aggressive Betteln“, also wenn Passanten angefasst, angehalten oder ihnen der Weg versperrt wird. Auf dem Lamberti-Markt ist laut Stadtverwaltung das Umhergehen „zum Zweck des Bettelns mit oder ohne Musikinstrumenten oder Tieren“ nicht gestattet.

Zeugen berichteten der Polizei auch von Männern, die sich taubstumm stellten. Sie hielten den Passanten in der City ein Klemmbrett unter die Nase und verlangten Spenden. Einen Ausweis einer Hilfsorganisation hätten die Spendensammler auf Anfrage nicht verzeigen können.

Die Polizei warnt vor betrügerischen Spendensammlern. Seriöse Organisationen arbeiteten nicht mit der Mitleidsmasche und würden gefühlsbetonte Spendenwerbung sogar bewusst vermeiden.