Oldenburg - Wenn sie in Oldenburg mit ihren Kollegen unterwegs ist, wird Polizeikommissarin Lena (ihr Nachname wird aus Datenschutzgründen nicht genannt) nun öfter mal unerwartet gegrüßt: Die 27-Jährige ist das Gesicht der Polizeidirektion Oldenburg auf Instagram und hat mit diesem Account schon 14 700 Follower. Sie berichtet in ihren Storys seit August von ihrem Arbeitsalltag und besonderen Einsätzen.
Dazu gibt es Tipps, wie man sich gegen Taschendiebe schützt, vor K.o.-Tropfen und wie man Gewalt aus dem Weg gehen kann.
Aber auch über Polizeimythen und Missverständnisse klärt Lena auf: Dürfen Polizisten zum Beispiel während ihrer Ermittlungen lügen? Nein, das dürfen sie nicht. Dürfen sie die Taschen von Bürgern immer durchsuchen? Auch hier lautet die Antwort nein, denn es werde immer eine rechtliche Grundlage wie ein Durchsuchungsbefehl oder ein begründeter Verdacht benötigt.
Den Alltag zeigen
Lena ist seit dreieinhalb Jahren Polizistin, für das Social-Media-Projekt hat sie sich sofort interessiert. „Ich möchte die Menschen und den Alltag hinter unserer Arbeit zeigen. In den Storys zeigen wir, was wir alles erleben – bei uns ist kein Tag wie der andere.“ Lena arbeitet im Streifendienst, zuletzt auch auf dem Kramermarkt. „Unser Alltag bei der Polizei ist ziemlich spannend. Man weiß morgens nie, was passieren wird.“
Die 27-Jährige möchte in den Videos erklären, warum sie und ihre Kollegen in manchen Situationen wie reagieren. Das kommt an – schon viele Menschen haben sich ihre Bilder und Videos angesehen. Viele ihrer Kollegen finden den Einsatz auf Instagram gut. „Es gibt aber auch skeptische Stimmen“, sagt Lena. Das sei auch in Ordnung.
Und warum braucht die Polizei in Oldenburg überhaupt einen Instagram-Kanal? Das erklärt Social-Media-Managerin Julia Mayr von der Polizeidirektion. Von ihr kommen viele der Ideen für die Inhalte im Netz.
Sie erklärt, dass mit dem Kanal ein positives Image der Polizei geschaffen werden soll. „Zusätzlich haben wir auf diese Weise aber auch die Deutungshoheit über informative Inhalte in einem Ernstfall“, sagt sie.
Dass eine Kollegin aus dem aktiven Streifendienst das Gesicht einer Polizeidirektion ist, gibt es in Niedersachsen bisher an keinem anderen Standort. Nicht zu verwechseln sei der Instagram-Auftritt aber mit den drei sogenannten „Social-Media-Cops“ der Polizeidirektion. „Sie betreiben unter ihrem Klarnamen eigene Accounts beispielsweise auf Facebook und können dort kontaktiert werden“, so Mayr. Eben wie Kontaktbeamte im Streifendienst – nur eben im Internet.
Nicht viel geprobt
Polizeikommissarin Lena hat für ihre Auftritte bei Instagram nur ein wenig zu Hause geübt, dann ging es gleich vor die Kamera. „Und oft ist die erste Aufnahme die beste“, hat sie mit Julia Mayr festgestellt. Die beiden planen schon die nächsten Storys – zum Beispiel aus dem Nachtdienst. Und natürlich sollen noch weitere Mythen aus dem Polizeialltag aufgeklärt werden – die Fortsetzung folgt schon bald.
