Oldenburg - Eigentlich soll am 15. April eine Entscheidung über den Bau eines Fußballstadions in Oldenburg fallen. Seit mehreren Monaten wird dieser Termin von der Stadtverwaltung kommuniziert. Schnell war klar, dass der ursprüngliche Zeitplan, der einen Ratsbeschluss im vergangenen Oktober vorgesehen hatte, nicht zu halten war. Doch nun scheint auch der 15. April nicht mehr ganz so sicher.
Im Finanzausschuss jedenfalls warf Sebastian Rohe (Bündnis 90/Die Grünen) schon einmal die Frage auf, welche „sachlichen Gründe“ es für eine Entscheidung an diesem Datum gebe. Und auch Jonas Christopher Höpken (Bündnis Vernunft und Gerechtigkeit) betonte, dass für seine Fraktion „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ gehe.
Gutachten fehlen
Noch fehlen der Politik nämlich Gutachten für eine Entscheidung für oder gegen den Bau eines für den Profifußball geeigneten Stadions an der Maastrichter Straße. Unter anderem fehlen noch die Funktionalplanung und das Entwässerungskonzept. Dieses wurde im Entwurf in der vergangenen Gesellschafterversammlung der Stadionplanungsgesellschaft vorgestellt und diskutiert. Eine Finalisierung steht allerdings noch aus. Die Ergebnisse sollen nach Fertigstellung der Konzepte öffentlich im Finanzausschuss vorgestellt werden. Vor allem fehlt aber noch die Investitionskosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung sowie einer Businessplanung. Und das dürfte für die Entscheidung der Politik eine der wichtigsten Grundlagen sein, wird dadurch doch deutlich, wie hoch die Kosten für den Bau und der jährliche Zuschussbedarf zumindest theoretisch sein werden. Der Auftrag zur Erstellung der Berechnungen wurde Anfang Dezember an das Institut für Sportstättenberatung GmbH (IFS), Euskirchen, vergeben. Berechnet werden die Kosten für ein Stadion mit 7500 sowie 10 000 Plätzen sowohl für den Spielbetrieb in der 3. als auch 4. Liga (Regionalliga). Die Bearbeitung soll laut Verwaltung Mitte Februar abgeschlossen sein.
Arbeit an Zeitplan
Derzeit sei die Verwaltung damit beschäftigt, den Zeitplan bis zur anstehenden Entscheidung durchzutakten, so Finanzdezernentin Julia Figura – und zwar so, dass keine Sondersitzungen in den Osterferien notwendig werden. Sollte das Thema in allen beteiligten Ausschüssen vor den Ferien behandelt worden sein, bliebe den Fraktionen bis Mitte April genügend Zeit für Beratungen, meinte die Dezernentin.
Die kündigte an, dass der Finanzausschuss auch öffentlich übertragen werden soll. Christoph Baak (CDU) forderte das für alle mit dem Thema befassten Fachausschüsse. Darüber hinaus gehe er von einer öffentlichen Veranstaltung aus. Er meinte damit wohl – anders als die Verwaltung – keine öffentlichen Sitzungen, sondern eine Informationsveranstaltung.
Ihren Unmut äußerten Vertreter der Fraktionen im Ausschuss auch zum Umgang mit Bürgerfragen. Diese müssten auch inhaltlich zeitnäher beantwortet werden. Figura hatte zuvor erläutert, dass – wie auch vorgesehen – eine erste Antwort innerhalb von 14 Tagen erfolge, es bis zur inhaltlichen Beantwortung allerdings deutlich länger dauern könne. Das sei „nicht der beste Stil“, so Rohe, der sich „mehr Dialog- und Informationsbereitschaft“ wünschte. Auch Margit Conty (SPD) meinte, dass die Verwaltung „erheblich nachbessern“ müsse.
