Oldenburg - Sport und Politik – das sollte eigentlich nicht zusammengehören. Doch immer wieder in der Geschichte wurde der Sport politisiert, Spitzensportler zu Aushängeschildern einer Nation gemacht und vom Staat vereinnahmt. Doch wie sah es mit den Sportstätten zwischen den Jahren 1930 und 1970 aus, den Hallen und Plätzen? Dieser Frage widmen sich im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft Merle Bülter (31) und Markus Völling (27).
Enge Kooperation
Sie arbeiten eng mit Schulen in der Region zusammen. Die Jugendlichen sollen sich mit der lokalen Geschichte befassen, ist das Ziel des Projekts, das von Professor Dr. Uwe Meiners, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, angestoßen wurde. „Sportstätten sind soziale Orte. Es gibt dort Integrations- aber auch Ausgrenzungsmechanismen“, wissen Bülter und Völling. Entgegen ihrer eigenen Erwartungshaltung sind die beteiligten Schülerinnen und Schüler allerdings zu dem Ergebnis gekommen, dass die Politik in den Sportstätten und Vereinen von 1930 bis 1970 eine eher untergeordnete Rolle spielte.
Aufmärsche
Allerdings: Die Nationalsozialisten inszenierten sich und ihre menschenverachtende Weltanschauung mit Aufmärschen auf Sportanlagen wie dem Haarenesch in Oldenburg oder der Hössen-Anlage in Westerstede. In der Halle des Oldenburger Turnerbundes wurden Möbel gesammelt und später verkauft, die Juden gehört hatten. Die kräftigen gut trainierten Körper junger Menschen wurden Teil der Propaganda und entsprechend in Szene gesetzt betont.
Recherche in Archiven
Eine Kooperation der Oldenburgischen Landschaft besteht mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, wie den Universitäten. Dabei wird den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zur eigenen Recherche gegeben. Das Projekt betrachtet Sportstätten im gesamten Bundesgebiet. Die Oldenburgische Landschaft verfügt über ein breites Netzwerk. Wichtige Quellen finden sich in vereinseigenen Archiven oder in Stadtarchiven sowie den großen Landesarchiven. Aber auch Archive der Heimatvereine können Informationen über die gesellschaftliche Rolle der Sportstätten enthalten.
