Oldenburg - Gesundheitskommunikation: Das ist das Schwerpunktthema, das in der aktuellen Fortschreibung des Sozialpsychiatrischen Planes eine besondere Rolle spielt. Jährlich wird dieser Plan fortgeschrieben, um Schwerpunktthemen ergänzt und vom Sozialpsychiatrischen Dienst herausgegeben. Der Plan ist die Grundlage für die Psychiatrieplanung in der Stadt Oldenburg. Er informiert über Entwicklungen, beschreibt Ist-Zustände und Bedarfe im Bereich der sozialpsychiatrischen Versorgung. Und er soll Raum für Diskussionen geben.
Prävention durch Information
Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention zählen zu den komplexesten Herausforderungen, heißt es in dem Plan: Sie beeinflussen Lebensbedingungen und Gesundheitschancen. Gerade in der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, dass das Wissen über Gesundheit und der Austausch von Informationen zu gesundheitlichen Themen immer wichtiger werden – dabei ist die Kommunikation und Information zu psychischen Erkrankungen keine Ausnahme, so die Ausführungen im Plan. Deshalb hat sich der Sozialpsychiatrische Verbund für „Gesundheitskommunikation“ als Schwerpunktthema entschieden. Die Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit ist dabei entscheidend, um Angebote und Informationen an die Betroffenen bringen zu können und um psychische Erkrankungen aus der Ecke der Tabu-Themen zu holen.
In den Arbeitskreisen des Verbundes werden Handlungsempfehlungen erarbeitet, wie die Gesundheitskommunikation in der Stadt im Bereich seelischer Gesundheit verbessert werden kann. Gesundheitsinformationen sollen Betroffene dabei unterstützen, ihr Wissen über Gesundheit und Krankheit zu verbessern und auf Basis guter Informationen Entscheidungen für sich selbst treffen zu können. Ziel ist es, die individuelle Gesundheit durch bessere Kommunikation zu Prävention, Diagnostik und Therapie zu verbessern – und dadurch auch die Gesundheitskosten für die Gesellschaft zu senken.
Betroffene berichten
Im Sozialpsychiatrischen Plan, der unter www.oldenburg.de/sozialpsychiatrischer-plan abgerufen werden kann, finden Interessierte Beispiele für Gesundheitskommunikation und Berichte von Betroffenen über ihren Umgang mit ihrer Erkrankung und Therapie. Eine davon ist beispielsweise eine Lehrerin, die unter Depressionen, Angststörungen und ADHS leidet und aufgrund ihrer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig ist. Welche Therapieangebote sie genutzt hat und wie sie gemeinsam mit anderen Betroffenen den Begriff der „Superpsychos“ geprägt hat, die mittlerweile die Akteure in einem Comic sind, steht im Sozialpsychiatrischen Plan.
Die Erstellung des Sozialpsychiatrischen Planes erfolgt trialogisch: Betroffene, Angehörige und psychosoziale professionelle Fachkräfte beteiligen sich an der Fortschreibung. Er richtet sich an Betroffene und Angehörige von psychisch kranken Menschen, psychosoziale professionelle Fachkräfte, Kostenträger, Politiker, Vertreter von Forschung und Lehre und interessierte Bürger. In der nächsten Fortschreibung werden dann die Ergebnisse zum Thema Gesundheitskommunikation präsentiert.
