Oldenburg - Ruckelfrei mit dem Fahrrad durch die Stadt düsen: In Oldenburg ist dieses Gefühl eine Seltenheit. Zahlreiche Radwege sind ohnehin in schlechtem Zustand. Und bei Neubauten und Sanierungen finden Radfahrer meist einen gepflasterten Untergrund vor. Richtig komfortabler glatter Asphalt ist eine Ausnahme. Doch nun verkündet die Stadt gute Nachrichten bei einem Radwegeprojekt.
Pophankenweg
Der Pophankenweg, der Wechloy mit Bürgerfelde und dem Ziegelhofviertel verbindet, bekommt seit vergangenem Jahr einen lang ersehnten Radweg. Bislang mussten Fahrradfahrer, die diese schnelle Route nutzen wollten, sich die Fahrbahn mit den in diesem Bereich meist sehr zügig fahrenden Autos teilen.
Im vergangenen Jahr wurde bereits ein erster Abschnitt im östlichen Teil der Straße zwischen Alte Färberei und Artillerieweg fertiggestellt. Auch auf der anderen Seite, zwischen der Ammerländer Heerstraße und dem Kreisel, sind die Bauarbeiten nahezu abgeschlossen. Auf beiden Seiten hat die Stadt wieder Pflaster verlegt. Alles beim Alten also?
Im noch fehlenden Abschnitt zwischen dem Kreisel und der Straße Alte Färberei ändert die Stadt nun ihr Vorgehen, wie Stadtsprecher Reinhard Schenke auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. „Der zweite Bauabschnitt des Pophankenweges wird in Asphaltbauweise hergestellt.“ Die Radfahrer können sich also auf immerhin etwas mehr als 600 Meter schön glatten Fahrradweg freuen.
Begründung
Doch warum setzt die Verwaltung immer wieder auf Pflasterung? Dabei geht es vor allem um spätere Arbeiten, zum Beispiel an unter den Radwegen verlegten Strom-, Wasser- oder Gasleitungen. „Eine nachträgliche Unterhaltung der Flächen ist im Pflasterbau wesentlich kleiner und punktueller ausführbar“, erklärt Schenke.
Bei einer Asphaltbauweise sei der gesamte Aufbau entscheidend und stelle einen Verbund dar. Jede kleinere Aufgrabung führe zur Zerstörung des Verbundes und könne mittelfristig Frostschäden, Ausbrüche usw. entwickeln. Dies habe dann eine größere Sanierung zur Folge.
Aus diesem Grund gibt es verschiedene Bauweisen am Pophankenweg. „Im ersten Bauabschnitt haben wir aufgrund einer Vielzahl an bereits vorhandenen Leitungen entschieden, diesen in Pflasterbauweise herzustellen“, so Schenke. Das Pflaster habe allerdings keine Phase (abgerundete Kanten), sodass es der Barrierefreiheit und der Ebenheit ausreichend gerecht werde.
Versorger
Den genauen Unterschied zwischen der Wiederherstellung eines gepflasterten und eines asphaltierten Radweges erklärt beispielhaft Reinhard Hövel vom OOWV, der in Oldenburg für die Abwasserleitungen zuständig ist. Einerseits sei man bei einer Pflasterung schneller und flexibler (geringerer Geräteeinsatz, keine Aushärtungszeit).
Den Hauptunterschied gibt es aber bei den Kosten. „Bei partiellen Reparaturen betragen die Kosten für Asphalteinbau circa das Vierfache gegenüber Pflaster“, so Hövel. Außerdem müssten Fugen hergestellt werden, die einen erhöhten Unterhaltungsaufwand erforderten. „Bei längeren Abschnitten nähern sich die Kosten an.“
Sollte die Stadt vermehrt die Radwege asphaltieren, geht Hövel allerdings nicht von deutlich steigenden Gebühren für die OOWV-Kunden aus. „Der Gesamtanteil an unseren Entgelten für das relevante Anlagevermögen und den jährlichen Betriebsaufwand ist so gering, dass sich das nur minimal auswirken würde.“
