„Wenn dem einstmals Leitenden das „leitend“ fehlt“ (Ð vom 4. August“)
(...) Jetzt weiß der mündige Wähler entscheidend mehr über die Wahlbewerber. Ich kann verstehen, dass es einem Kandidaten schon an die (Wahl-)Nieren geht, wenn er sich mit seiner Berufsbezeichnung nicht genügend gewürdigt fühlt. Denn einem Diplom-Sozialwissenschaftler traut man doch mehr zu als einem (einfachen) Soziologen, und wenn er auch noch Diplom-Theologe ist. (...)
Wenn es sich dann sogar um „Leitende“ Kaufmännische Angestellte oder Oberstaatsanwälte handelt, dann bleibt einem einfachen Wähler eigentlich keine andere Wahl mehr. Kommen dann noch der eine oder andere Personalratsvorsitzende, Seilkletterer, Videoproduzent, Praxismanager, Trainer, Selbstständige etc. zum Zuge, so ist dem neuen Rat alles zuzutrauen.
Endlich kann dann unser OB Prof. Dr. Schwandner mit den meisten neuen Ratsmitgliedern auf Augenhöhe diskutieren. Das im alten Rat noch geltende „Quod licet Iovi, non licet bovi“, gilt dann nicht mehr.
Jürgen Neunaber, Oldenburg
Meine Meinung zum Rat der Stadt hatte ich ja kürzlich schon einmal im Leserforum geäußert, aber der Exner-Artikel (...) treibt mir die Fremdschamröte erneut ins Gesicht. Da entblöden sich doch tatsächlich einige derzeitige Ratsmitglieder sowie Möchtegernratsmitglieder nicht, auf irgendwelche Namenszusätze zu bestehen.
Denen möchte ich mit Johannes (nicht B. Kerner, sondern dem aus der Bibel) zurufen: „An Euren Taten soll man Euch erkennen“. Ach ja, für die, die es betrifft, Bibel ist das dicke Buch mit dem Kreuz drauf! Außerdem, wie angesehen besonders Politiker mit hohen akademischen Graden und Titeln sind, erfährt man, indem man den Namen unseres Oberbürgermeisters einmal bei Google eingibt. Da ist dann durchgängig vom „Blender“ die Rede. Abschließend noch eine Meinung von mir: Sollten alle Selbstdarsteller in der Oldenburger Politik zukünftig graue Anzüge tragen wollen, so würde schnell das Tuch knapp.
Harald Juhren, Oldenburg
Hatte man schon in dieser Wahlperiode den Eindruck, dass die Ratsarbeit in Oldenburg mehr einer Provinzposse glich, speziell wenn man die Albernheiten erlebte, die Rot/Grün mit dem Oberbürgermeister anstellte, der sich doch nun wirklich bemüht hat, Oldenburg aus der Provinz etwas heraus zu bekommen, kann man nur noch Schlimmeres erwarten, wenn man die Bewerber für die nächste Ratsperiode betrachtet. (...)
Martin Klimmeck, Oldenburg
