Oldenburg - Erst seit Juli sind die Ravers for Future Oldenburg ein eingetragener Verein – kein Umstand, der sie Dinge langsam angehen lässt. Im Gegenteil: Ganz im Rhythmus ihrer so geliebten Techno-Musik nehmen sie schnell Fahrt auf und starten ihr Vereinsleben mit einer üppigen Veranstaltung, dem „Rave for Art“ unter dem Motto „Dance for a Change“. Und der findet schon am Samstag, 16. September, statt. Der Veranstaltungsort dürfte überraschen, denn die Beats wummern aus den Boxen auf dem Parkplatz beim Prinzenpalais. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte also als Ort für einen Rave, der die Themen Musik, Klimaschutz und Kunst verbindet. Widerspruch oder geniales Veranstaltungsformat?
Der „Rave for Art“ findet am Samstag, 19. September, von 12 bis 22 Uhr auf dem Parkplatz des Oldenburger Prinzenpalais des Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte, Damm 1, statt.
Workshops und der Austausch untereinander stehen von 12 bis 14 Uhr im Vordergrund. Workshops gibt es beispielsweise zum Thema „Was hat Moor mit Klimaschutz zu tun?“ oder „Kunst mit Massage“ (Graffiti) oder „Perfekte Wellen in Gefahr“. Ab 14 Uhr werden die Boxen aufgedreht.
Die DJs wechseln ab 14 Uhr im Stundentakt. Den Anfang machen „Einfach Ungefragt“. Es folgen Neytive, ExiElli, Ava, Das Fachpersonal, Derk Janssen und Emkay.
Auf der Internetseite der Ravers for Future gibt es ein ausführliches Programmheft zum „Rave for Art“ mit Infos zu den DJs, teilnehmenden Künstlern und angebotenen Workshops.
Tickets für die Veranstaltung kosten 17 Euro und sind erhältlich unter https://ticket2go.de/c/3658
Kunstliebhaber trifft Techno-Jünger
Über diese Frage werden die Gäste zu entscheiden haben. Und hier hoffen Isabell Hinrichs und ihr Freund Lukas Kromminga sowie dessen Schwester Christina Kromminga auf eine interessante Mischung, die aus offenen Menschen besteht. Die drei Techno-Anhänger sind die Strippenzieher hinter der Veranstaltung, die mit ihren Mitstreitern, darunter auch Leute vom Fach, den Rave auf die Beine stellen. Hier soll der Kunstliebhaber auf Techno-Jünger treffen, hier soll der Techno-Jünger auf Kunst- und Kulturinteressierte und -experten treffen und alle zusammen sollen sich offen zeigen für Klima- und Umweltschutzthemen.
Genial verrückt
Aus ihren Mündern klingt das Veranstaltungskonzept im besten Sinne ein bisschen verrückt. Aber gleichzeitig auch sagenhaft spannend. „Beim gemeinsamen Tanzen entsteht so eine besondere Energie. Da passiert immer etwas mit der Masse“, beschreibt Isabell Hinrichs, die gemeinsam mit Lukas selbst auflegt und mit ihm gedanklich darauf herumgekaut hat, wie man diese Energie nutzen kann. „Klima- und Umweltthemen sind uns sehr bewusst. Wir wollten etwas machen“, sagt Isabell Hinrichs: „Ich wurde irgendwie schon richtig wütend, hatte das Bedürfnis, zu diesem Thema etwas in die Welt zu bringen.“ „Wir wollten diese Dinge kombinieren, die Energie, die beim Tanzen entsteht, quasi mit Umweltthemen schwängern“, ergänzt Lukas. Das war der Zeitpunkt, an dem die Ideen nur so zu sprudeln begannen, sich andere anschlossen und die Gruppe ratzfatz ins Handeln und Organisieren kam. Mit an Bord: auch Fachleute zu Kultur- und Umweltthemen.
Spielerisch lernen
Lukas Kromminga, der sein Geld als Erzieher verdient, weiß: „Wenn Menschen etwas lernen sollen, dann am besten spielerisch und nicht belehrend.“ Beim „Rave for Art“ gibt es neben der Techno-Musik, die nicht von der härtesten Sorte sein soll, verschiedene Workshops, Kreativangebote, eine Open-Art-Gallery für Künstler, die sich mit dem Thema Klimaschutz auseinandersetzen, und eine riesige Graffiti-Fläche, die gestaltet werden will. Dabei gilt: Jeder Besucher kann vom Programm alles mitnehmen oder nichts. Er kann stundenlang tanzen, er kann stundenlang malen und gestalten, alte Klamotten aufmöbeln oder sich beim Siebdruck versuchen und sich von der Musik nur begleiten lassen.
Nächstes Thema Inklusion
Die Ravers for Future sind wirklich noch ein sehr junger Verein. Und dennoch gehen die Verantwortlichen mit dem Rave ein großes Risiko ein – schließlich gibt es eine Veranstaltung in dieser Größenordnung nicht zum Nulltarif. Der Vorstand zieht das Projekt durch, mit Leidenschaft, aber auch großem Respekt davor, womöglich baden zu gehen. Aber auch mit Enthusiasmus: Denn der Rave soll nicht der einzige bleiben. „Wir planen schon weiter“, erzählt Isabell Hinrichs schmunzelnd. Ihnen schwebe ein Inklusions-Rave auf dem Gut Sannum im Landkreis Oldenburg vor. Ein Ort für Menschen mit einer Behinderung, eingebettet in eine herrliche Natur: Wie gemacht für einen Rave, der die Themen Inklusion und Klimaschutz zusammenführt. Isabell: „Wir sind schon in ersten Gesprächen.“
