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Schicksal aus Oldenburg Herzkranker Steven kann in behindertengerechte Wohnung umziehen

Chelsy Haß
Endlich kann Steven Hornickel in eine neue, behindertengerechte Wohnung einziehen. Hilfe bekommt der 22-Jährige unter anderem von seiner Schwester Nathalie.

Endlich kann Steven Hornickel in eine neue, behindertengerechte Wohnung einziehen. Hilfe bekommt der 22-Jährige unter anderem von seiner Schwester Nathalie.

Chelsy Haß

Oldenburg - In den vergangenen Wochen sind viele von Steven Hornickels Träumen in Erfüllung gegangen. Einmal in einem Flugzeug fliegen, eine Lamborghini-Fahrt, ein Ausflug ins Disneyland Paris und ins Tropical Island bei Berlin. Die Familie des 22-Jährigen wollte ihm so viele Wünsche wie möglich erfüllen, nachdem der schwer herz- und leberkranke Oldenburger mitgeteilt bekommen hat, dass eine Transplantation der Organe nicht mehr in Frage kommt.

Keine Treppen mehr

Ende vergangener Woche ging für Steven ein weiterer Wunsch in Erfüllung. Er hat ein Stück Selbstständigkeit zurückgewonnen und ist von einer Wohnung im zweiten Stock in eine Erdgeschosswohnung der GSG Oldenburg Bau- und Wohngesellschaft mbH gezogen. „In der alten Wohnung ist es mir immer schwerer gefallen, die Treppen hochzukommen“, sagt Steven. Zuletzt habe er oft auf dem Sofa seiner Schwester geschlafen. Nachdem Steven zuerst nur auf der Warteliste der GSG für eine behindertengerechte Wohnung gestanden hatte, ging alles ganz schnell und er bekam die Zusage für eine Wohnung. Zwar müssen noch viele Möbel aufgebaut werden, „wenn erstmal alles erledigt ist, kann ich aber ein bisschen zur Ruhe kommen“, hofft Steven.

Sowohl er als auch seine Schwester sind froh, dass sie in den vergangenen Wochen so viele Unternehmungen gemacht haben. Denn keiner weiß, wie lange Steven noch leben wird. Seit etwa zwei Wochen geht es dem 22-Jährigen schlechter. Stevens Hautfarbe ist gräulicher geworden, seine Augen sind blutunterlaufen. Ein neues Medikament, das eigentlich zur Entlastung des Herzens beitragen soll, ist ihm stark auf die Leber geschlagen.

„Steven bekommt die Nebenwirkungen extrem zu spüren“, erklärt seine Schwester. Sein Körper baut immer mehr ab. Er hat oft Schmerzen und ist erschöpft.

Palliativteam zur Seite

Gegen die Schmerzen bekommt er mittlerweile sogar Morphin. „Vor kurzem hatten wir ein Gespräch mit einem Palliativteam, das nun einmal in der Woche kommt“, sagt Nathalie Hornickel. Es ist rund um die Uhr erreichbar und steht Steven mit Rat und Tat zur Seite.

„Ich bin meiner Familie so dankbar für alles“, sagt Steven, für den die vergangenen Wochen sehr schön und aufregend waren. Die meisten seiner Wünsche konnten nur in Erfüllung gehen, weil durch einen Spendenaufruf mehr als 10 000 Euro gesammelt werden konnten, von denen die Aktivitäten bezahlt wurden. Auch für seine Beerdigung, die ganz nach seinen Wünschen ablaufen soll, ist das Geld gedacht.

Größere Ausflüge wird es in näherer Zukunft für den jungen Mann erstmal nicht mehr geben. Steven möchte sich in seiner neuen Wohnung einleben und seine Kräfte sammeln. „Vielleicht ist dann alles ein bisschen weniger anstrengend“, sagt er.

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