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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Schöffenanwärter stehen Schlange

08.03.2013

Oldenburg Mit einem so großen Andrang hatte niemand gerechnet. Rund 80 Besucherinnen und Besucher mussten am Mittwochabend wieder die Heimreise antreten. Denn der Saal im Oberlandesgericht, in dem die Informationsveranstaltung für Schöffenanwärter stattfand, war komplett belegt. Schöffen sind ehrenamtliche Richter, die bei der Urteilsfindung das gleiche Stimmrecht wie Berufsrichter. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung für ihre Termine.

Insgesamt 355 Schöffen sucht die Stadt Oldenburg verteilt für den Erwachsenen- und den Jugendbereich für die kommende Amtsperiode. Sie beginnt 2014 und dauert fünf Jahre.

Wer es bis zum Vortrag geschafft hatte, wurde von Manuela Bicos, Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin im Team Jugendhilfe bei Strafverfahren, Petra Warnken, Richterin am Amtsgericht, und dem erfahrenen Schöffen Heinrich Braaf darüber aufgeklärt, was es bedeutet, in diesem Ehrenamt tätig zu sein und welche Verantwortung auf die Anwärter zukommt. Insbesondere Jugendschöffen sollten erzieherische Erfahrung mitbringen, immer unvoreingenommen sein und äußerst sensibel mit jugendlichen Problemen umgehen können.

„Sexuelle Straftaten können auch in der Altersklasse bis 14 Jahre vorkommen. Es kann durchaus passieren, dass aufgelöste Zeugen vom Verteidiger scharf angegriffen werden. Damit muss ein Schöffe umgehen können und trotzdem neutral urteilen“, stellte Manuela Bicos klar.

Sigrid Willers ist sich der Anforderungen bewusst. Angst davor, falsche Entscheidungen zu treffen hat sie nicht. „Ich wollte schon vor 20 Jahren meine soziale Erfahrung als Schulleiterin dazu nutzen, Jugendschöffin zu werden, bin aber abgelehnt worden“, sagte die 60-Jährige. „Demnächst gehe ich in den Ruhestand und habe ausgiebig Zeit, mich ehrenamtlich zu engagieren“, erklärte sie.

Über Bewerbermangel kann sich die Stadt Oldenburg nicht beklagen. „Wir haben diese Veranstaltung zum ersten Mal im Oberlandesgericht abgehalten“, erklärte Michael Kodde, Vizepräsident des Oberlandesgerichtes. Damit auch diejenigen eine Chance bekommen, die sich am Mittwochabend nicht über das Schöffenamt informieren konnten, wird der Vortrag am Dienstag, 12. März, um 19.30 Uhr in Saal 1 des Oberlandesgerichtes am Richard-Wagner-Platz 1 wiederholt. Der Eintritt ist frei.

Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

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