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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Schreibtischtäter erzeugen wieder Spannung

06.12.2014

Oldenburg Wenn der böswillige Betrüger Tee trinkt, der ehrgeizige Ermittler seine besten Informationen aus der NWZ  bezieht, und Täter und Opfer den Widrigkeiten des norddeutschen Wetters ausgesetzt sind, ist klar: Man liest einen Oldenburg Krimi. Leichtes Lokalkolorit und clevere Kombinierer bilden das Rückgrat des beliebten Genres.

Drei Autoren, die zu den schreibenden Schreibtischtätern in der Stadt gehören, haben Neues veröffentlicht. Karsten Rauchfuß (45) ist ausgebildeter Buchhändler, pflegt aber seit langem schon die Freude am Formulieren. Nach eigener Aussage besitzt er eine „makabre Ader“ beim Schreiben und den „etwas skurrilen Humor“. Diese für gute Krimis unverzichtbaren Trümpfe spielt er in seinem neuen Werk „Die Träne des Mörders“ voll aus. Die flotte Geschichte und die Verweise auf Oldenburg machen das Lesen zum Vergnügen. Und mit dem Mord lässt sich der Autor Zeit: Erst auf Seite 70 geschieht das Verbrechen.  Karsten Rauchfuß, „Die Träne des Mörders“, 161 Seiten, Isensee-Verlag, 9,80 Euro.

Reinhold Friedl (65) bringt derweil seine beruflichen Aufgaben in seine neue Erzählung ein. Der Leiter der UNO-Flüchtlingshilfe in Norddeutschland lässt seine Helden in Fälle einsickern, die zwischen Oldenburg, Bremen, dem Cuxland und Afrika spielen. „Meine Geschichten haben meist reale Hintergründe wie Flüchtlings- oder Migrationsschicksale oder internationalen Terrorismus“, sagt Friedl. Sein Beitrag für eine Bremer Anthologie mit 22 Kunstkrimis weist ebenfalls diese Merkmale auf. Reinhold Friedl, „GuerillaArt oder Boris Beckers Piranha und die Westsahara, in Muse, Mord und Pinselstrich“, 175 Seiten, Edition Falkenberg, Bremen, 12 Euro.

Peter Schmidt (74), ehemaliger Kriminalhauptkommissar und Leiter des Mobilen Einatzkommandos, griff ebenfalls wieder zur Feder. Nach „Kunstraub“ präsentiert er nun die „Scheidung auf Ostfriesisch“, die sich in Oldenburg abspielt. Es beginnt mit einem Brief, der tief in menschliche Abgründe führt. Peter Schmidt, „Scheidung auf Ostfriesisch“, 210 Seiten, Isensee-Verlag, 12,80 Euro.

Klaus Fricke
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