Oldenburg - Die Uni als Hort der Innovation, als Quell neuer Ideen und immer am Puls der Zeit: Es gibt Studenten, die dieser Beschreibung durchaus widersprechen würden, etwa im Bereich der Lehrerausbildung. In Oldenburg haben sich zehn von ihnen daher in diesem Jahr auf eine Lernreise begeben. Ihre Ziele waren Schulen, die vieles anders machen. Was sie erlebt haben, werden die künftigen Lehrkräfte in dieser Woche präsentieren.
Innerhalb von zweieinhalb Wochen besuchte die Gruppe acht Schulen von Dänemark bis Kassel. Sie traf auf Bildungseinrichtungen, die anders funktionierten: auf Arbeit ohne Schulbuch unter freiem Himmel, auf Leistungsüberprüfungen ohne Klausur, auf durchmischte Lerngruppen. Die Studentinnen und Studenten erlebten Wege des Lehrens, die sie selbst für erstrebenswert halten. Gleichzeitig bewegen sie sich in einem System, das aus ihrer Sicht genau diese Art des Arbeitens erschwert.
Eingeengte Schule
Da gibt es einerseits die Vorgaben des Landes. Aus Sicht der Gruppe werden Schulen dadurch sehr eingeengt. Die von ihnen besuchten Einrichtungen mussten Richtlinien teilweise sehr großzügig auslegen, um keine Grenzen zu überschreiten. Doch dieser Mut und das dafür nötige Engagement findet sich nicht überall. Auch innerhalb von Kollegien gibt es Gegenbewegungen, wenn es um Änderungen bei den Lehrmethoden geht. Mehr Freiraum für die Schulen, mehr eigenes Budget – das ist es, was die Studenten von der neuen Regierung in Hannover einfordern – und natürlich mehr Zeit und Personal. Aus ihrer Sicht muss sich auch an der Uni etwas ändern.
Zu wenig Praxiskontakt
Zu häufig werde an Althergebrachtem festgehalten. Der Lehrbetrieb an der Hochschule, so die einhellige Meinung, müsse deutlich mehr Kontakt zur täglichen Praxis an den Schulen halten.Was die Lernreise, die von einer lokalen Arbeitsgruppe des Vereins Kreidestaub initiiert wurde, noch hervorgebracht hat, möchte die Gruppe allen Interessierten bei einer Präsentation am Mittwoch, 23. November, 19 Uhr im Gebäude A01, Raum 0-004, zeigen.
