Oldenburg - In Oldenburg gibt es – so betonte es Sozialdezernentin Dagmar Sachse im Schulausschuss mehrfach – schon eine ganze Reihe Maßnahmen zur Schulwegsicherheit: Schulexpress, Gelbe Füße, Verkehrsprävention, Aktion sicherer Schulweg und einiges mehr. Ein Mobilitätsmanagement gibt es in Oldenburg hingegen noch nicht – anders als in anderen deutschen Großstädten. Und das möchten die Grünen ändern: Sie fordern ein „Schulisches Mobilitätsmanagement: Schulwegsicherheit, Schulwegplanung, Elterntaxen“.
Teufelskreis
Offenbar aus Angst vor Gefahren auf dem Schulweg brächten viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, so Grünen-Ratsherr Michael Wenzel. Aus dichtem Verkehr und Rangiererei ergäben sich – insbesondere vor Grundschulen – immer wieder gefährliche Situationen. Eben diese Angst vor Gefahren sorge für mehr Verkehr, die Straßen und Radwege noch gefährlicher mache. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gelte.
Klaus Blaser, Verkehrssicherheitsberater der Polizei, bestätigte brenzlige Situationen vor den Schulen – und auch die oft fehlende Einsicht der im Halteverbot stehenden Eltern. „Elterntaxis direkt vor der Schule müssen nicht sein.“ Sein pragmatischer Ansatz, sollte Mutter oder Vater auf das Bringen nicht verzichten wollen: „Elterntaxis würden nicht auffallen, wenn die Kinder 300 bis 400 Meter vor den Schulen rausgelassen werden und den Rest des Weges laufen.“ Großzügige Supermarktparkplätze in Schulnähe böten sich dafür an. „Die Eltern müssen was tun, damit der Verkehr nicht direkt vor die Schule läuft.“ Allerdings wollten viele offenbar sehen, dass ihr Kind das Schulgebäude betritt.
Haltungsproblem
Auch Matthias Welp sieht bei den Elterntaxen ein „Haltungsproblem“, dem nur schwer zu begegnen sei – von Seiten der Stadt allenfalls mit stärkeren personellen Ressourcen. Der Leiter des Amtes für Schule und Bildung verwies unter anderem auf Bustickets für Kinder der Jahrgänge 5 bis 10. Dass das Thema Elterntaxis aber selbst an Berufsschulen ein Problem sei, berichtet Lehrervertreter Marco Lüßmann.
Besser sei es selbstverständlich, so Blaser, die Kinder die Wege zur Schule selbstständig zurücklegen zu lassen. Eine Möglichkeit sei der Schulexpress: Rund um einige Grundschulen gibt es Treffpunkte, von denen Kinder gemeinsam gehen können. Den Schulexpress gibt es laut Stadt an acht Grundschulen – „acht von 28 ist nicht gerade viel“, merkte Wenzel an. Nach seiner Meinung entsprechen auch die zwei Grundschulen, die auf Anfrage der Stadt Problem mit Elterntaxis gemeldet hätten, nicht der Realität.
Schwarzmalerei
Sozialdezernentin Sachse indes warf dem Grünen-Ratsherrn angesichts dieser Zahlen und mit Blick auf bisher ausgebliebene Unfälle vor, „ein Bild von einem Problem zu malen, das es so nicht gibt“. Wo es Probleme gebe, werde die Stadt tätig. „Wir müssen da keinen riesigen Apparat aufbauen“, erteilte sie einem schulischen Mobilitätsmanagement aus Sicht der Verwaltung eine Absage.
Damit überzeugte sie die Grünen allerdings nicht: „Elterntaxis sind ein Problem“, so Andrea Hufeland. „Und wir wollen alle Verbesserungen. Also müssen wir gucken, was wir tun können, damit es besser wird.“ Einer Lösung kam das Gremium nicht näher, aber das Thema dürfte im Schulausschuss wieder auf die Tagesordnung kommen.
