Oldenburg - Reden ist Silber – Schweigen ist Gold: Das hat sich VfB-Keeper Mansur Faqiryar (27) derzeit auf die Fahne geschrieben. Bis der Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga gesichert ist, will er offiziell nichts mehr zu den Spielen sagen. Am Sonntag gab es aber zumindest ein anerkennendes Nicken für die Leistung seiner Kollegen beim 2:2 im Derby gegen den BV Cloppenburg. Der Keeper konnte aufgrund der Gehirnerschütterung, die er sich eine Woche zuvor beim 0:1 in Neumünster zugezogen hatte, gegen den BVC nicht mitwirken und wurde zum zweiten Mal in dieser Saison von Adrian Matthäi (25) vertreten. Der Nasenbeinbruch hätte ihn nicht an einem Einsatz gehindert, aber ihm sei bis Sonnabend noch ganz schön „schwammig“ im Kopf gewesen. Zumindest das ließ sich Faqiryar, der in Neumünster trotz der früh erlittenen Blessuren durchgespielt hatte und an diesem Mittwoch (19 Uhr) beim FC St. Pauli II eventuell wieder dabei ist, trotz Schweigegelübde entlocken.

Ganz und gar nicht zum Schweigen aufgelegt war Faqiryars Teamkollege Sebastian Ferrulli am Wochenende. „Ein geiles Gefühl“, sagte der 29-Jährige zu seinem Comeback am Sonnabend beim 1:0-Sieg der VfB-Reserve in der Landesliga gegen den SC Spelle-Venhaus. Mehr als ein Jahr nach seiner Knieverletzung im Oberliga-Spiel gegen den VfL Osnabrück stand der Blondschopf fast 60 Minuten auf dem Platz und ließ insbesondere bei zwei Großchancen sein Können aufblitzen. „Mit mehr Spielpraxis hätte er die machen müssen“, meinte Coach Jürgen Hahn augenzwinkernd.

Ein unerwartetes Debüt in der Landesliga gab Robert Scharf. Der 28-Jährige kümmert sich beim VfB II eigentlich als Teamverantwortlicher um die Schiedsrichter, sorgt für den elektronischen Spielbericht und versorgt die Presse mit der Aufstellung. Dem Ball jagt er eigentlich nur mit den „Blau-Weißen Göttern“ des VfB III in der 1. Kreisklasse nach. An diesem Sonnabend durfte er in der Schlussminute als Einwechselspieler gegen Spelle-Venhaus ran – unter frenetischem Jubel der Teamkollegen aus der Dritten.

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion