Betrifft:
„Neue Brücke ersetzt vier Bahnübergänge“ (NWZ vom 24. Dezember) und Leserbriefe zum Thema (...) Die meisten Segelyachten haben keine Mastlegevorrichtung, und die lässt sich auch nicht einfach nachrüsten. Viele Masten stehen verstagt in einer Halterung auf dem Bootsdeck; manche Masten sind sogar gesteckt, d.h. sie gehen durch das Deck und stehen auf dem Kiel. Diese Mastenarten können nur mit Hilfe eines Mastenkranes, der nur an wenigen Anlegern vorhanden ist, gelegt und gestellt werden.Der Mast meines Segelbootes z.B. kann mit einer eigenen Legevorrichtung auch ohne Kran gelegt werden, jedoch dauern Vor- und Nachbereitung einige Stunden. Und so ähnlich sieht es zeitlich bei den anderen Seglern auch aus, auch bei in- und ausländischen Booten auf Durchreise, denen bei unserem Verein die Masten mit Hilfe unseres Mastenkrans gelegt oder gestellt werden.
(...) Eine Öffnungsmöglichkeit auch für größere Fahrzeuge muss bleiben, und die kostet vermutlich weniger als ein paar verzichtbare architektonische Schnörkel an der Brückenkonstruktion. Die geplante Hafenbebauung setzt auch darauf, dass die maritime Kulisse (Segelboote) stimmt. Außerdem wissen wir, dass viele Besucher-Schiffe wegen des Flairs und wegen der Anlegemöglichkeit mitten in der Stadt nach Oldenburg kommen. (...)
Die Wasserstraßen (schiffbare Flüsse) waren zuerst da, und später kam der Straßenverkehr/Eisenbahnverkehr. Vor dem Straßenverkehr hat deswegen die Schifffahrt Vorfahrt und vor der Schifffahrt verständlicherweise der fahrplangebundene Eisenbahnverkehr, der die Schifffahrt aber nicht unmöglich machen darf. Die Hunte ist bis zur Amalienbrücke eine Seeschifffahrtstraße und muss es bleiben. (...)
Uwe HullmannOldenburg*
Zum schönen Stadtbild von Oldenburg gehören der Lappan, die Lambertikirche, das Schloss und sehr wichtig der Oldenburger Hafen mit seinen Segelyachten. Dieses würde plötzlich ein Ende nehmen, wenn wir eine Eisenbahnbrücke ohne Klappvorrichtung bekommen würden.Die Masten der seegehenden Segelyachten können nur mit einem Mastenkran gelegt oder gestellt werden, alle Yachten im Oldenburger Hafen benötigen einen Kran. Die Gäste aus Holland, England, Dänemark sowie die heimischen Gäste aus Bremerhaven, Nordenham, Brake, Elsfleth, Vegesack und Bremen brauchen eine Brücke die sich öffnen lässt. Durch eine feste Eisenbahnbrücke könnten diese Yachten Oldenburg nicht mehr besuchen. Durch eine feste Eisenbahnbrücke müssten alle Segel-Yachten im Oldenburger Hafen ihren Liegeplatz aufgeben.
Das Sterben von Wassersportvereinen und Segelclubs mit ihren Jugendabteilungen wären die Folgen.
Werner BrunsOldenburg(...) Bei meinem Boot und bei den meisten Booten meiner Segelkollegen ist ein Legen des Mastes nicht möglich. Die Vereine OYC und OWV würden auf ihren Anlagen keinen Mastenkran betreiben, wenn die Masten so einfach zu legen und zu stellen wären. (...)Mir und den anderen Seglern bliebe nichts anderes übrig, als (...) einen Liegeplatz an der Küste zu suchen. Das wäre schade, denn wir möchten Boot fahren und nicht dafür zu langen Autofahrten gezwungen sein. Die Boote wären dann aus dem Stadtbild verschwunden. Auch Hansekogge, Marineschiffe usw. würden nie mehr in Oldenburg zu sehen sein.
Bei der Präsentation der Pläne zur „Stadt am Wasser“ fiel mir auf, dass auf allen Zeichnungen viele Segelboote zu sehen waren. So würde es in Oldenburg eben nicht aussehen können. Eine feste Brücke würde eine Durchfahrtshöhe erhalten wie die Amalienbrücke. So hoch sollte eine Brücke mit Öffnungsmöglichkeit auch gebaut werden, damit dem Binnenschiffsverkehr die Wartezeiten aufgrund der eingeschränkten Brückenöffnungszeiten erspart blieben. (...)
Karlheinz KramerOldenburg
