Oldenburg - Das Thermometer im Zimmer von Sascha Meenken zeigte in dieser Woche bis zu 29,3 Grad an. Wenige Tage zuvor stieg die Temperatur sogar auf mehr als 30 Grad Celsius. Der 41-Jährige ist pflegebedürftig und lebt seit 2014 im Senioren- und Pflegezentrum Am Küstenkanal in Oldenburg. „Im Sommer ist es hier kaum auszuhalten, weil es so heiß wird“, sagt Mutter Michaela Meenken.
Denn wie sie sagt, seien die Jalousien im Zimmer ihres Sohnes seit rund eineinhalb Jahren defekt. „Sie gehen einfach nicht mehr runter“, erklärt die 58-Jährige. Mehrfach habe sie dies bei der Hausleitung bemängelt. Bisher sei der Sonnenschutz jedoch nicht repariert worden. Zwar gebe es Gardinen, die zugezogen werden können, gegen die Hitze würden die jedoch wenig ausrichten.
Dabei sei nicht nur ihr Sohn betroffen. In mehreren Zimmern ließen sich die Jalousien nicht schließen, erklärt Meenken, die auch an die Pflegerinnen und Pfleger denkt: „Für das Personal kann das nicht schön sein. Denen muss bei der Arbeit doch auch heiß werden.“
Sache des Vermieters
Wie das der Hansa Gruppe zugehörige Seniorenzentrum Am Küstenkanal mitteilt, sei das Problem der kaputten Jalousien bekannt. Da das Gebäude an der Kanalstraße angemietet ist, handle es sich um eine „Sache des Vermieters“. Bereits Ende vergangenen Jahres habe man Kontakt zu der vom Hauseigentümer beauftragten Immobilienverwaltung hergestellt und über die Mängel informiert.
Vom Innenhof kann man die einzelnen Zimmer sehen. Hier sind schon lange mehrere Jalousien deffekt.
Zeitnahe Reparatur
Auf Nachfrage unserer Redaktion reagiert die Sparkasse Immobilien Bremen GmbH, die die Verwaltungsaufgaben für den Eigentümer übernimmt, und gelobt Besserung. Man arbeite „mit Hochdruck“ daran, den Sonnenschutz wieder funktionstüchtig zu machen. Da es sich um zwei Gewerke handle, müsse nicht nur ein Elektriker beauftragt werden, sondern auch ein Sonnenschutzinstallateur.
Von dem Problem wisse das Verwaltungsunternehmen seit Anfang 2022. Nach einer gemeinsamen Begehung seien die Firmen frühzeitig beauftragt worden. Aufgrund der „angespannten Auftragslage“, Lieferengpässen und kranken Mitarbeitern könnten sie allerdings erst jetzt tätig werden. In der kommenden Woche wolle man sich den Sonnenschutz im Gebäude ansehen und „zeitnah die Mängel beseitigen“, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion. Zudem wolle man den Wartungsturnus der Sonnenschutzanlagen erhöhen.
Für Michaela und Sascha Meenken kommt das einige Monate zu spät. Sie sind enttäuscht. „Wir haben einen Antrag auf Persönliches Budget gestellt und sobald wir eine Wohnung gefunden haben, soll Sascha ausziehen“, sagt Meenken. Beide hoffen trotzdem, dass die Jalousien schnell repariert werden. Denn das sei im Interesse aller anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses.
