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Experten-Talk im Oldenburger Core „Wer digital nicht sichtbar ist, findet nicht statt“

Leonie Meyer
Mentale Gesundheit, Schönheitsideale und Taktiken für besseren Umgang mit Social Media: All diese Themen fanden auf den Hockern in Form verschiedener Gäste Platz.
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Mentale Gesundheit, Schönheitsideale und Taktiken für besseren Umgang mit Social Media: All diese Themen fanden auf den Hockern in Form verschiedener Gäste Platz.

Torsten von Reeken

Oldenburg - Soziale Netzwerke – wie Instagram, Facebook, TikTok und Co. – sind Zeitfresser: Bis zu sieben Stunden pro Tag flüchten sich manche Menschen in die nahezu perfekte Scheinwelt vieler Social-Media-Kanäle. Dies bestätigte sich auch beim ersten „Talk and Grow“-Panel der Nordwest-Zeitung im Oldenburger Core, als Moderator und NWZ-Redakteur Julian Reusch die Frage zur täglichen Nutzungsdauer von Social Media an seine Zuhörer richtete.

Unter den Zuhörenden befanden sich auch Matthias (42) und Katja (34) Sprenger, denen besonders die Auswahl der Panel-Gäste gefiel. „Man bekam gute Einblicke in alle Bereiche: Das Geschäftliche, dann welche Herausforderungen es in der Medienwelt gibt und die persönlichen Erfahrungen von jungen Studierenden“, so Katja Sprenger. Als Expertinnen und Experten eingeladen waren Eva Horn vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Nele Bergmeier vom Asta, Content Creatorin Jamina Nicolaysen und Sebastian Neumann, unter anderem vom Fachverband #SoMe. Gemeinsam sprachen sie über Erfahrungen, ihre Lebensrealitäten und gaben Tipps für den gesunden Umgang mit Social Media. Und die sind laut den vieren auch dringend nötig.

Belastung für Gesundheit

Denn die Überflutung an Eindrücken durch die Sozialen Netzwerken kann sich – besonders bei jüngeren Menschen – schnell negativ auf die mentale Gesundheit auswirken. „Besonders während der Coronazeit erfuhren soziale Netzwerke einen starken Anstieg. Damit verbunden stieg auch die Beratungsnachfrage der psychosomatischen Beratungsstelle an unserer Uni“, erzählt Panel-Gast Nele Bergmeier vom AStA der Uni Oldenburg. Hierbei sollen sich Studierende häufig mit Themen wie Liebeskummer nach gescheiterten Online-Beziehungen an die Beratungsstelle wenden.

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Falsche Ideale

Ein weiterer Gast war die von YouTube bekannte Influencerin Jamina Nicolaysen („Jamina 1404“), die auf die häufig falsche und inszenierte Selbstdarstellung von einigen Menschen auf Social Media aufmerksam machte. Die Bloggerin plädiert für mehr Natürlichkeit im Netz: „Man sollte sich auch mal ungeschminkt und ohne Filter zeigen, ansonsten kommt man aus dieser Lüge nur schwer wieder raus. Jeder ist schön, wie er ist“.

Als Inhaber von Ahoi Digital und Vorsitzender vom Fachverband #SoMe ist für Sebastian Neumann eins klar: „Wer digital nicht sichtbar ist, findet nicht statt“. Zu beachten wäre dabei jedoch, dass man nicht auf allen Kanälen stattfinden muss. Viel mehr sei es wichtig, dass der jeweilige Kanal auch zu einem selbst und zu den Interessen passt. Entscheidend sei im Umgang mit sozialen Netzwerken vor allem eins: Eine gute Balance. Für Neumann, der nebenbei auch als Lauftrainer bei „Lauf gehts“ aktiv ist, besteht diese zum Beispiel in einer Abendroute, bei der das Handy ausbleibt oder im Sport.

Hilfe und eigene Taktiken

In manchen Situationen hilft allerdings auch kein guter Ausgleich. Betroffene von Cybermobbing (auch: Internet-Mobbing) oder Hassreden sollten sich Hilfe holen. Die Projektleiterin für Community Management beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) Eva Horn, rät zum Beispiel dazu, derartige Kommentare zu sammeln und sie bei Organisationen wie „HateAid“ zu melden. Dabei dient die gemeinnützige GmbH auch als Anlaufstelle für Beratung und Unterstützung von Betroffenen. Eine Anzeigenerstattung bei der Polizei soll häufig in die Leere laufen, da sich die Nachverfolgung als schwierig gestaltet. Wer sich nicht direkt an eine Organisation wenden möchte, könne sich auch Freunden oder Familie anvertrauen und den Account für einige Zeit abgeben, erklärt Horn.

Hasskommentare

Als Journalistin weiß Eva Horn auch, dass es besonders innerhalb der Berichterstattung polarisieren und so schnell zu unerwünschten Kommentaren kommen kann. Um dem entgegenzuwirken braucht es ihrer Meinung nach eine professionelle Präsenz, die jedoch nur mit den nötigen Ressourcen geschaffen werden kann. Außerdem verweist sie auf: „Eine klare Netiquette statt dem Dulden von Hasskommentaren.“

Talk and Grow

Hintergrund: Das NWZ-Format „Talk and Grow“ richtet sich in erster Linie an jüngere Menschen aus der Region, etwa Studentinnen und Studenten, aber auch Auszubildende und Schülerinnen und Schüler. Die Themen sind aber natürlich aber auch für ein breiteres Publikum interessant. So waren bei der ersten Veranstaltung ganz unterschiedliche Altersklassen vertreten.

Gäste: Die geladenen Gäste stammten aus unterschiedlichen Bereichen und zeigten so auf, wie der Umgang mit Social Media sich auf die verschiedenen Zielgruppen auswirkt. Mit dabei waren: die von YouTube bekannte Influencerin Jamina Nicolaysen („Jamina 1404“), die Projektleiterin für Community Management beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) Eva Horn, Sebastian Neumann als Inhaber von Ahoi Digital und Vorsitzender vom Fachverband #SoMe sowie Nele Bergmeier vom AStA der Uni Oldenburg.

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