Oldenburg - Der Schutz der Natur, der schonende Umgang mit den Ressourcen, der Klimaschutz liegen Nicola Schröder sehr am Herzen. Mit ihrem Mann leistet sie einen Beitrag zur Energiewende und möchte die Umwelt schonen. Im April wird auf ihrem Dach in Kreyenbrück eine Solaranlage installiert mit 9,92 kwp Leistung. Pro Jahr kann diese Anlage dann durchschnittlich 8762 Kilowattstunden Strom produzieren. Von der Stadt gibt es einen Zuschuss von 1350 Euro, 23000 Euro wird die Investition die Eheleute kosten.
1350 Euro Zuschuss
So weit, so gut: Doch die Schröders möchten noch mehr für die Umwelt tun und haben nachgefragt, ob es einen Zuschuss auch für eine Solaranlage gibt, die sie auf dem Nachbarhaus, das ebenfalls ihnen gehört und vermietet ist, montieren möchten. „Gibt es nicht, war die Antwort. Das ist zwar schade, wäre aber zu verkraften“, berichtet die 67 Jahre alte Schwimmtrainerin. Doch nicht nur das. „Man wird dann automatisch zum Gewerbetreibenden, zum Stromproduzenten und muss Gewerbesteuer zahlen. Dem Mieter, der den Strom der Anlage nutzen würde, müssten wir wie die EWE auch eine Rechnung schicken“, ist sie enttäuscht über die bürokratischen Hürden, die ihnen in den Weg gelegt werden. Nicola Schröder: „So kann das mit der Energiewende doch nicht klappen.“
Förderprogramm
Das städtische Förderprogramm zur Errichtung von Photovoltaikanlagen bietet Barzuschüsse bei der Finanzierung einer Solarstromanlage, schreibt dazu die Stadt. Förderfähig ist die Errichtung von Photovoltaik mit einer elektrischen Leistung von drei bis 35 Kilowatt Spitzenleistung (kwp) auf und an Gebäuden.
Mit dem Problem, das die Stromerzeugung mit sich bringen kann, sieht sich auch die geplante Smart City auf dem ehemaligen Fliegerhorst konfrontiert. Dort sollte eigentlich ein Container für die Produktion von Wasserstoff mit grüner Energie (Wind und Solar) aufgebaut werden. Die Chancen dafür stehen aber (wie berichtet) schlecht. Auf den Dächern der Häuser in dem „Forschungslabor unter freiem Himmel“ wird, wenn sie fertiggestellt sind, Solarstrom hauptsächlich für den Eigenbedarf produziert. Für den Betrieb der Anlage reicht das längst nicht aus.
Handelsmonopol
Theoretisch könnte man den Solarstrom vom riesigen Solarpark auf der ehemaligen Start- und Landebahn nehmen. Praktisch jedoch ist das nicht möglich, weil das Strom-Handelsmonopol beim Staat liegt, der wiederum die für die Stromerzeugung beauftragten Energieversorgungsunternehmen schützt. Wer Strom erzeugt und weitergibt, muss eine Stromsteuer zahlen – rechtlich ein kompliziertes Konstrukt.
Nicola Schröder und ihr Mann sind nicht bereit, sich darauf einzulassen. Wie viele andere auch fordert sie die Bundesregierung auf, die Gesetze zu ändern, Vorschriften mit Augenmaß zu machen und einen gewissen Spielraum zuzulassen – das wäre gut für die Umwelt und Natur.
