Oldenburg - Salih Basheer ist ein junger Fotograf aus dem Sudan. Er begleitet während seines Projekts „The Home Seekers“ als Fotojournalist Landsleute in Ägypten, die außerhalb ihres Geburtslandes nach einem neuen Zuhause suchen. Auf einer seiner Reportagen folgt er einem jungen Mann bis nach Schweden, wo dieser trotz seines Neuanfangs von alten Ängsten heimgesucht wird.
Zwei Stipendien
Seine eindrucksvollen Bilder werden ab dem 19. Februar in einer Sonderschau der World-Press-Photo-Ausstellung in Oldenburg gezeigt. Die Initiative „The Everyday Projects“ zeigt Fotos von aufstrebenden Fotojournalisten aus aller Welt. Mit zwei Stipendien soll zudem ihre Arbeit unterstützt werden – eines davon geht an Salih Basheer. „Durch die Prämie und das damit verbundene Mentoring-Programm kann ich weiterhin Fotoreportagen entwickeln, die in der Welt einen Unterschied machen“, freute er sich.
Ebenfalls mit einem Stipendium ausgestattet wurde die Mexikanerin Tania Barrientos. Die Jury empfand ihre Arbeit als „wichtig, relevant und zeitgemäß“. In ihrem Projekt „Doce Viajes Al Japón“ porträtiert Barrientos drei junge Menschen im Süden des Landes, die die typischen Stadien des Heranwachsens durchlaufen und der Fotografin dadurch helfen, sich auf ihre eigenen Wurzeln zu besinnen. Sie bedankte sich für die„fantastische Möglichkeit, mein Fotoprojekt fortzuführen“.
„Insgesamt nahmen 450 Fotografen an der Ausschreibung teil“, berichtet Projektleiterin Lisa Knoll von der Agentur Mediavanti. Sie hat die Sonderschau gemeinsam mit Rebecca Gibian, der in Washington lebenden Koordinatorin der „Everyday Projects“, organisiert.
Gezeigt werden im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte neben Aufnahmen der beiden Stipendiaten auch Bilder der zehn Finalisten. Sie stammen unter anderem aus Afghanistan, Ecuador und Nigeria.
Die Projektleiterin betonte, dass es dem Team der Oldenburger World-Press- Photo-Ausstellung schon immer auch darum gegangen sei, Arbeiten junger Fototalente vorzustellen und über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. „Darum haben wir vor zwei Jahren erstmals in Europa Fotografien aus dem Projekt Everyday Africa ausgestellt.“
Initiative von 2012
Die Initiative, die den Grundstein für „The Everyday Projects“ legte, wurde Anfang März 2012 gegründet und begeht jetzt ihr zehnjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass lädt Mediavanti am 1. März zu einer globalen Gesprächsrunde ein. Professor Rainer Lisowski von der Hochschule Bremen wird mit Gründungsmitglied Peter DiCampo, Kuratorin Rebecca Gibian sowie Salih Basheer und Tania Barrientos sprechen. Beginn der kostenlosen Online-Veranstaltung, die live bei Facebook übertragen wird, ist um 19 Uhr.
