Oldenburg - Die Oldenburger Demenzhilfe hat jetzt eine Spende über 500 Euro erhalten. Das Geld kam bei dem Verkauf von Papiersternen zusammen, die der Oldenburger Kurt Berteit nach einer Origamitechnik gefaltet hat.
Nicht verlernt
Vor ungefähr fünf Jahren sind bei Kurt Berteit die ersten Anzeichen von Demenz aufgetreten. Zwei Jahre später folgte dann auch die Diagnose. Durch die Krankheit wurden alltägliche Dinge immer schwieriger für den 78-Jährigen. Eine der Sachen, die er jedoch nie verlernt hat, ist das Sternefalten. „Kurt war 15 Jahre lang Teil einer Gruppe, die zusammen Origami gefaltet und sich über verschiedene Techniken ausgetauscht hat“, erzählt seine Frau Etta Oetken. Nicht alle Faltfiguren, die er damals gelernt hat, klappen immer noch einwandfrei. „Aber die Sterne hat er drauf“, versichert sie. Eine Anleitung benötigt er nicht.
Das Basteln hat sich für den Oldenburger mittlerweile zu einer täglichen Beschäftigung entwickelt, so dass sich im Laufe der Zeit kartonweise Papiersterne angesammelt haben. Etta Oetken besucht regelmäßig die Gesprächsgruppen der Oldenburger Demenzhilfe. In den Gesprächsgruppen können Angehörige von Demenzerkrankten alle mit dem Krankheitsbild zusammenhängenden Fragen stellen, Informationen einholen und mehr über den Umgang mit Betroffenen erfahren.
Gemeinsam mit Friedlinde Köhler, 2. Vorsitzende der Demenzhilfe, ist hier dann die Idee entstanden, die Sterne zu verkaufen. „Für mich stand von Anfang an fest, dass wir den Erlös an die Demenzhilfe spenden werden“, sagt Etta Oetken. Für Friedlinde Köhler war die Aktion auch eine tolle Möglichkeit, noch mehr auf die Krankheit aufmerksam zu machen. „Es zeigt einfach, dass Betroffene trotz vieler Einschränkungen noch Teil der Gesellschaft sind und immer noch etwas bewegen können“, sagt sie.
Kurt Berteit hat Spaß daran, die Sterne in den verschiedensten Größen und Farben zu basteln. Doch vor allem ist es für ihn auch eine sehr sinnvolle Beschäftigung, weiß seine Frau.
Sinnvolle Beschäftigung
„Für jeden Stern werden 30 Quadrate benötigt“, erzählt sie. Kurt Berteit muss also regelmäßig zählen, was dazu beiträgt, dass er es nicht verlernt. Auch das Ausschneiden der Quadrate übernimmt er selbst. „Das Papier suchen wir manchmal gemeinsam aus“, sagt Etta Oetken. Aus der Zeit in der Origamigruppe, die sich mittlerweile aufgelöst hat, ist noch einiges an Papier vorhanden. Aber auch andere Mitglieder der Gruppe, die ihr Papier nicht mehr benötigen und mitbekommen haben, dass Kurt Berteit noch immer Sterne bastelt, bringen ab und an welches vorbei. „Daran mangelt es nicht“, sagt Etta Oetken. Dass Kurt Berteit auch in Zukunft weiter Sterne basteln kann, steht also nichts im Wege.
