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Profifußball in Oldenburg Ja zum Stadion – und dann kein Zurück mehr?

An der Maastrichter Straße – in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Weser-Ems-Hallen – könnte ein Fußballstadion entstehen. Die Politik steht am 27. Februar vor einer Grundsatzentscheidung.

An der Maastrichter Straße – in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Weser-Ems-Hallen – könnte ein Fußballstadion entstehen. Die Politik steht am 27. Februar vor einer Grundsatzentscheidung.

Torsten von Reeken

Oldenburg - Ein Ja der Ratspolitik zu einem Stadionneubau für den Profifußball des VfB Oldenburg am 27. Februar sei mehr als ein Grundsatzbeschluss. Das meint der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen. Für dessen Vorsitzenden Bernhard Zentgraf wäre es „blauäugig anzunehmen, dass die Oldenburger Stadtpolitik von einem Grundsatzbeschluss pro Stadionneubau später wieder Abstand nimmt“. Da würde schon der DFB nicht mitspielen. „Schließlich ist der Beschluss ein Signal an den DFB in dem Lizenzierungsverfahren für die kommende 3. Liga-Saison“, meint Zentgraf. Politik und Öffentlichkeit sollten daher wissen, mit welchen möglichen Kosten ein solcher Grundsatzbeschluss verknüpft ist, verteidigt er das Schreiben an die Ratsmitglieder, in dem der Steuerzahlerbund der Stadt vorgeworfen hatte, den Rat auf Grundlage unvollständiger, in Teilen geschönter und ungeeigneter Daten entscheiden zu lassen.

Widerspruch

Die Stadt hatte diese Kritik umgehend zurückgewiesen. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) verweist in seiner Antwort an den Steuerzahlerbund einmal mehr darauf, dass es bei dem Grundsatzbeschluss im Rat um das „Ob“ gehe, „das Wie“ stehe erst im Oktober auf der Tagesordnung. Bis dahin sollen die Vorarbeiten erledigt sein, so dass auf Grundlage aktueller Zahlen über einen tatsächlichen Bau entschieden werden soll. Die Linke im Stadtrat warf dem Steuerzahlerbund gar ein „Überschreiten seiner Kompetenzen“ vor. Es sei nicht seine Aufgabe, sich in laufende politische Entscheidungsprozesse einzumischen.

„Kein Veranlasser“

Es sei „Zweck unseres Vereins, beratend und kontrollierend auf die öffentliche Finanzwirtschaft einzuwirken“, begründete Zentgraf den ungewöhnlichen Zeitpunkt des Schreibens. Dies werde unter anderem durch die Veröffentlichung von Eingaben und Stellungnahmen verwirklicht. Meistens beklagt der Verein im Nachgang die Verschwendung öffentlicher Mittel.

Den Verdacht, der Verein sei auf Hinweis oder Drängen tätig geworden, weist Vorsitzender Bernhard Zentgraf vehement zurück: „Unser Tätigwerden in öffentlichen finanzwirtschaftlichen Angelegenheiten ergibt sich aus unserem satzungsmäßigen Auftrag. Es bedarf keiner ,Veranlassung’ Dritter“, teilte er unserer Redaktion auf Nachfrage mit. Mit den Überlegungen zum Oldenburger Stadionneubau befasse man sich bereits seit Mai 2022 aufgrund der Berichterstattung.

Zweierlei Maß?

Dass eine solche Stellungnahme im Vorfeld bei anderen Oldenburger Millionen-Projekten wie Stadtmuseum, Sport- und Gesundheitsbad oder früher beim Bau der EWE-Arenen nicht erfolgte, begründet der Vorstand mit der Struktur als privater Verein. Somit könne man „leider nur exemplarisch Fehlentwicklungen im öffentlichen Bereich aufgreifen und aufbereiten“.

Bürgerinitiative legt nach

Derweil hat die Bürgerinitiative Stadionbau sich ebenfalls in einem Brief an die Ratsmitglieder gewandt. Darin führt sie einen drohenden Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht an. Dieser bestünde, wenn mit öffentlichen Mitteln ein Wirtschaftsunternehmen (VfB Oldenburg GmbH) alleine subventioniert werde und es keine echten alternativen Nutzer gebe. Die Stadt hingegen erwartet hier keine Probleme, „die nicht durch gestalterische Maßnahmen gelöst werden könnten“. Laut Beschlussvorlage hat die Verwaltung „auch die Verträglichkeit mit dem europäischen Beihilferecht eines Stadionneubaus beziehungsweise der Gründung einer Stadion-Realisierungsgesellschaft untersucht“. Dies werde auch Teil der weiteren Ausarbeitung sein.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)
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