Oldenburg - Kann der VfB Oldenburg in absehbarer Zukunft in einem neuen Stadion spielen? Die Frage wird durch den aktuellen sportlichen Erfolg inklusive der Chance, in die 3. Bundesliga aufzusteigen, wieder einmal diskutiert, nun auch im Sportausschuss. Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) ließ dabei durchblicken, dass er von der Politik zeitnah eine Entscheidung hören möchte, also ein klares Ja oder Nein.
Dabei machte er deutlich, dass er die Diskussion unabhängig vom jetzigen Tabellenplatz führen will. Denn bis zur Fertigstellung eines möglichen Neubaus würden ohnehin Jahre vergehen, die aktuellen Probleme mit den Lizenzvorgaben für die kommende Saison würde dies nicht lösen. „Doch der VfB hat auch langfristig das Potenzial für den Aufstieg“, sagte Krogmann. Dass er sich den Bau gut vorstellen kann, war nicht zu überhören.
Auftritt bei Extra 3
Einem Umbau des Marschwegstadion räumte der OB keine guten Chancen ein. Allein die Problematik, dass aus Lärmschutzgründen keine Abendspiele stattfinden dürfen und dennoch ein Flutlicht im Profibetrieb verpflichtend ist, „würde uns wahrscheinlich einen Auftritt bei Extra 3 einbringen“. Bei der Stadionfrage ist aus Krogmanns Sicht zu klären, ob das für ein Oberzentrum dazu gehört, wie in anderen Städten ähnlicher Größe auch, oder ob man „wie jetzt 30 Jahre zurück bleibt“. Die Stadt lässt derzeit die Machbarkeitsstudie für das Stadion aus dem Jahr 2017 aktualisieren, um auf dieser Basis die Debatte zu führen. „Es geht um die Frage: Wollen wir hier Drittligafußball oder wollen wir ihn nicht – aber dann müssen wir es klar sagen.“
Für diese Grundsatzentscheidung warb auch VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg, der jedoch schnell mitbekam, dass ein „Ja“ beileibe keine Selbstläufer wird. Tim Harms von den Grünen sagte, dass er sich nach jetzigem Stand „eher für die Marschwegsanierung“ aussprechen würde. Seine Parteikollegin Claudia Küpker ließ durchblicken, dass sie ein Millionenprojekt „für gerade einmal rund 20 Heimspiele im Jahr“ sehr kritisch sieht und das Geld lieber in andere Sportstätten stecken würde.
Stadtmarketing
Andreas Sander von der Gruppe Linke/Piraten hält einen Neubau für „kaufmännisch unsinnig“ und warnte vor weiteren Belastungen für die Anwohner in Donnerschwee, die bereits jetzt mit den Auswirkungen vieler Veranstaltungen leben müssen.
Deutlich positiver äußerte sich Bernhard Ellberg (SPD), der das Stadion als Stadtentwicklungsprojekt bezeichnete und bereits eine Verwaltung unter dem Dach der Weser-Ems-Hallen GmbH ins Spiel brachte. Die Vorteile eines Stadions und von Profifußball im Bereich des Stadtmarketings hob Jens Lückermann von der Gruppe FDP/Volt hervor. „Fußball kann Oldenburg ganz weit nach vorne bringen“, ist er sich sicher.
