Oldenburg - Keine strikte Ablehnung, aber deutliche Änderungswünsche: Das hatte die Ratsfraktion der Grünen aus der jüngsten Mitgliederversammlung ihrer Partei zum Thema Stadionneubau mitgenommen. Entsprechende Änderungsanträge zum vorgelegten Grundsatzbeschluss der Stadt hatten die Ratsvertreter nun erstmals im Sportausschuss am Mittwochabend eingereicht. Die Verwaltung hat darauf bereits kurzfristig reagiert.Keine Realisierungsgesellschaft: Im Falle der weiteren Stadionplanung wollen die Grünen verhindern, dass die Beratungen innerhalb einer Realisierungsgesellschaft erfolgen, aus Sicht der Fraktion also hinter verschlossenen Türen. Wenn das Verfahren im Finanzausschuss und im Rat bliebe, würde das für mehr Transparenz sorgen.
Die Stadtverwaltung verweist auf eine höhere Flexibilität und kürzere Entscheidungswege innerhalb einer Stadion-Realisierungsgesellschaft. Auch mit der Auslagerung des Planungsprozesses werde es regelmäßig Informationen für die städtischen Gremien und damit auch für die Bürger geben, heißt es. „Eine größtmögliche Transparenz wird gewahrt.“ Auch die anderen Fraktionen zeigten wenig Begeisterung für den Vorschlag der Grünen. Bernhard Ellberg (SPD) verwies auf gute Erfahrungen mit solchen Gesellschaften, etwa beim Bau der Großen EWE-Arena.Nur 30 Prozent Förderung: Analog zur Sportförderrichtlinie, durch die etwa Vereinssporthallen mit einem festen Anteil von 30 Prozent von der Stadt mitfinanziert werden, soll auch ein Stadion an der Maastrichter Straße eine maximale Förderung von 30 Prozent aus dem städtischen Haushalt erhalten, so die Forderung der Grünen.
Das Grundprinzip der Sportförderung könne man in diesem Fall nicht anwenden, meint die Stadt, weil es bei dem Stadionbau nicht um Unterstützung für den Breitensport gehe. Außerdem werde kein einzelner Verein unterstützt. „Vielmehr errichtet die Stadt eine Sport- und Eventstätte für ihre Bürgerinnen und Bürger, verschiedene Vereine sowie Gäste der Stadt, welche durch die Multifunktionalität viele Potenziale für die gesamte Stadt bietet“, heißt es von der Verwaltung. Das Finanzierungskonzept sollte sich ihrer Ansicht nach an den gleichen Grundsätzen orientieren wie bei anderen städtischen Unternehmen und Einrichtungen.Klimaneutralität: Die Grünen fordern einen weitestgehend klimaneutralen Bau und Betrieb. Dies gelte ebenso für die eingesetzten Baumaterialien und das Mobilitätskonzept.
In ihrem eigenen Beschlussvorschlag sieht die Stadtverwaltung diesen Aspekt bereits enthalten. Die weitere Planung solle Möglichkeiten einer solchen Zielsetzung „aufzeigen beziehungsweise berücksichtigen“, heißt es von der Verwaltung. Lösungen für die künftige Mobilität seien für das gesamte Areal rund um die Weser-Ems-Hallen zu suchen.
Die Änderungsanträge der Grünen wurden zunächst ohne Abstimmung in den nächsten Ausschuss überwiesen, um sie in den Fraktionen beraten zu können.
