Oldenburg hat ein renommiertes bundesweit anerkanntes Staatstheater, ein in der gesamten Region beliebtes Olantis-Schwimmbad, zwei große Arenen, in denen Handball und Basketball gespielt wird – aber kein vernünftiges Fußballstadion. Warum nicht?
Als die „Hölle des Nordens“ in Donnerschwee Anfang der 90er Jahre erlosch, kamen die Stadtoberen auf die irrwitzige Idee, das Leichtathletikstadion am Marschweg zur zentralen Sportstätte auch für den Fußball auszubauen. Mitten in einem Wohngebiet neben dem denkmalgeschützten Schlossgarten gelegen sollte fortan vor bis zu 15.500 Zuschauern gekickt werden. Eine große Sitzplatztribüne wurde gebaut, ausreichend Parkplätze für die Autos der Zuschauer waren schon damals Fehlanzeige. Die Jahre vergingen, nichts geschah. Die technische und sanitäre Ausstattung ist eine Katastrophe; kein Flutlicht, keine Rasenheizung, Anpfiffzeiten nach 18.30 Uhr sind untersagt.
Neben den Weser-Ems-Hallen bietet sich jetzt die letzte Gelegenheit, die Fehler der Vergangenheit auszubügeln. Die Baukosten müssen eine untergeordnete Rolle spielen, die werden abgeschrieben. Was ins Gewicht fällt bei der Entscheidung, ist die Beantwortung der Frage, ob sich die Stadt die laufenden Kosten von rund zwei Millionen Euro jährlich für die Multifunktionsarena ans Bein binden möchte. Zum Vergleich: Das Theater bekommt von der Stadt pro Jahr knapp sieben Millionen Euro, das gesamte Kulturbudget beträgt rund 22,5 Millionen Euro. Das Olantis-Huntebad bekommt fünf Millionen Euro und für die Weser-Ems-Hallen stehen 5,5 Millionen Euro im Wirtschaftsplan.
Ohne neues Stadion wird es in Oldenburg Profifußball nicht mehr und nie mehr geben. Für eine ambitionierte Großstadt darf sich die Stadionfrage deshalb nicht stellen. Andernorts hat man das erkannt.
Fußball ist Bestandteil eines breiten urbanen Unterhaltungsangebots und ein Standortfaktor – für die Stadt Oldenburg.
